Ärzteschaft

Streit um mögliche Impfregresse in Rheinland-Pfalz

Freitag, 23. Dezember 2011

Mainz – Die Diskussion um mögliche Impfregresse in Rheinland-Pfalz geht weiter. Der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz (KV RLP) sieht sich in der Pflicht, verschiedene Aussagen, insbesondere seitens der AOK Rheinland-Pfalz (AOK RLP), klarzustellen.

Laut KV RLP wird in der Diskussion häufig auf einen möglichen Regress bei den Grippeschutzimpfungen hingewiesen, die Prüfanträge der AOK RLP beträfen aber auch Impfstoffe anderer von den Richtlinien vorgesehener Impfungen. Laut KV drohen etwa bei hochpreisigen Mehrfachimpfungen, wie sie häufig von Kinderärzten verwendet würden, wesentlich höhere Regresse.

Die KV verweist zudem darauf, dass die von der AOK RLP eingeforderten Daten über die abgerechneten Impfungen jeder Kasse jeweils bezogen auf ihre eigenen Mitglieder bereits vorliegen. „Es ist nicht Aufgabe der KV RLP, der AOK RLP auch noch die Daten der übrigen Kassen zu liefern“, heißt es dazu aus der KV. Dies sollten die Kassen untereinander regeln.

Gegen die pauschale Behauptung, einzelne Ärzte würden den von den Kassen bezahlten Impfstoff für Privatpatienten verwenden, verwahrt sich die KV entschieden. Eine solche Verfahrensweise werde von der KV RLP keineswegs toleriert und sofern solche Fälle aufträten, würden Prüfanträge auch unterstützt. „Eine missbräuchliche Vorgehensweise allen Ärzten zu unterstellen, zerstört jedoch jede Vertrauensbasis“, so die KV RLP.

Der KV zufolge zielen die aktuellen Prüfanträge der AOK RLP vielmehr darauf ab, dass Regresse schon ausgesprochen werden, wenn nicht alle Impfstoffe im gleichen Zeitraum bestellt und verimpft wurden. Dabei bliebe unberücksichtigt, dass sämtliche in einem Quartal bestellten Impfstoffe noch in der Folgezeit verwendet würden.

Laut KV RLP dürfen aber nur 20 Prozent der Influenzaimpfstoffe und 10 Prozent der sonstigen Impfstoffe als Toleranz regressfrei übertragen werden, obwohl durch die Übertragung sämtlicher Impfstoffe den Kassen kein finanzieller Schaden entstehen würde. „Die KV RLP ist nicht bereit, dieses absurde Vorgehen auch noch mit Datenlieferungen zu unterstützen“, erklärte der Vorstand. © hil/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

5.000 News Ärzteschaft

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige