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Rasilez: Kombination mit ACE-Hemmer oder Sartan bei Diabetikern riskant

Freitag, 23. Dezember 2011

London – Die Kombination des Renin-Inhibitors Rasilez (Wirkstoff: Aliskiren) mit einem ACE-Hemmer oder einem Angiotensin-Rezeptorblocker (Sartan, ARB) hat in einer randomisierten klinischen Studie an Diabetikern das Komplikationsrisiko erhöht.

Nach dem vorzeitigen Abbruch der Studie rät der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) von den Kombinationen ab. Auch Health Canada veröffentlichte eine Warnung. Die beiden Behörden leiteten eine Sicherheitsprüfung ein.

Der „Aliskiren Trial in Type 2 Diabetes Using Cardiovascular and Renal Disease Endpoints“ (ALTITUDE) hatte untersucht, ob der Renin-Inhibitor Aliskiren bei Typ-2-Diabetikern mit vorgeschädigter Niere und/oder Herzkreislaufvorerkrankungen die Prognose verbessert, wenn er zusätzlich zur derzeitigen Standardtherapie verordnet wird.

Die Standardtherapie bestand in der Studie in der Verordnung eines ACE-Hemmers oder eines ARB. Unter diesen Therapien war es bei den meisten Patienten zu einer ausreichenden Blutdrucksenkung gekommen. Aliskiren wurde auch nicht wegen seiner antihypertensiven Wirkung eingesetzt. Das Ziel bestand darin, die Prognose der Patienten durch eine kombinierte Hemmung des Renin-Angiotensin-Systems zu verbessern.

Für eine solche protektive Wirkung auf Nieren und Herz-Kreislauf-System gab es nicht nur Hinweise aus tierexperimentellen Studien. In der „Aliskiren in the Evaluation of Proteinuria in Diabetes“ oder AVOID-Studie hatte Aliskiren bei Diabetikern mit Nephropathie den Albumin-Kreatinin-Quotienten gesenkt, wenn es zusätzlich zu dem ARB Losartan gegeben wurde, was als potenzielle nephroprotektive Wirkung gedeutet wurde (NEJM 2008; 358: 2433-46).

Die ALTITUDE-Studie sollte prüfen, ob Aliskiren auch „harte“ klinische Endpunkte wie die kardiovaskuläre Sterberate verbessert. Die 6.808 Teilnehmer wurden zusätzlich zur Standardtherapie mit ACE-Hemmern oder ARB auf einmal täglich 300 mg Aliskiren oder Placebo randomisiert.

Doch die erhoffte Reduktion weiterer kardiovaskulärer oder renaler Ereignisse wurde nicht erzielt. Stattdessen zeichnete sich nach 18 bis 24 Monaten Therapie eine erhöhte Inzidenz von nicht tödlichen Schlaganfällen, renalen Komplikationen, Hyperkaliämien und Blutdruckabfällen ab, wie der Hersteller in einer Pressemitteilung bekannt gab. ALTITUDE war die erste Studie, in der Aliskiren bei Hochrisikopatienten mit Typ-2-Diabetes mellitus länger als ein Jahr eingesetzt wurde.

 

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Weitere Ergebnisse der Studie liegen den Arzneibehörden offenbar noch nicht vor. Das CHMP gab deshalb nur eine vorläufige Empfehlung heraus. Die Warnung betrifft alle Diabetiker, die bereits ACE-Hemmer oder Angiotensin-Blockern erhalten. Eine zusätzliche Gabe von Aliskiren sollte hier nicht mehr erfolgen.

Falls notwendig, sollten Ärzte auf andere Wirkstoffe zurückgreifen. Einen Grund zur Eile sieht das CHMP nicht. Die Umstellung der Medikation könne beim nächsten Routine-Termin erfolgen. Die Patienten werden aufgerufen, das Medikament nicht eigenmächtig abzusetzen. In ähnlicher Weise äußerte sich Health Canada.

Die Ergebnisse erinnern an den erfolglosen Versuch, die Prognose von Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes durch die Kombination von ACE-Hemmer plus ARB zu verbessern.

Dies hatte in der ONTARGET-Studie nicht die erhoffte Senkung der Sterberate zur Folge, sondern eine Zunahme von arteriellen Blutdruckabfällen, Synkopen und Nierenfunktionsstörungen (NEJM 2008; 358: 1547-1559). Die Kombination von ACE-Hemmer plus ARB gilt seither als „unheilvolles Duo“, das vermieden werden sollte. © rme/aerzteblatt.de

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