Angina pectoris: Kardio-Magnetresonanztomographie ist SPECT überlegen
Freitag, 23. Dezember 2011
Leeds – Die Myokardperfusionsszintigraphie mittels SPECT hat sich in den letzten Jahren zu einer häufigen Untersuchung zum Ausschluss einer koronaren Herzkrankheit entwickelt. Eine Alternative ist die Kardio-Magnetresonanztomographie, die nicht nur das Strahlenrisiko vermeidet. In einer vergleichenden Studie im Lancet (2011; doi: 10.1016/S0140-6736(11)61335-4) war jetzt auch die diagnostische Treffsicherheit signifikant besser.
Für eine Myokardperfusionsszintigraphie muss dem Patienten ein Radiopharmakon wie 99mTc-Tetrophosmin injiziert werden. Die Aufnahmen mit der SPECT (single photon emission computed tomography) zeigen dann, wie sich das Radiopharmakon im Herzmuskel anreichert (oder auch nicht), was wertvolle Informationen über die Perfusion, Vitalität und Funktion des Herzmuskels liefert. Ein Normalbefund in der SPECT-Untersuchung schließt eine Koronare Herzkrankheit mit hoher Sicherheit aus. Auf eine Koronarangiographie kann in der Regel verzichtet werden.
Die Kehrseite der Popularität der Myokardszintigraphie ist eine steigende Strahlenbelastung. In den USA sollen die fast 10 Millionen jährlichen Myokardperfusionsszintigraphie bereits einen Anteil von 10 Prozent an der Gesamtexposition der Bevölkerung mit radioaktiver Strahlung ausmachen. Anders als die Computer- kommt die Kernspintomographie ohne Strahlung aus. Das Pendant zur Myokardszintigraphie (SPECT) ist hier die Kardio-Magnetresonanztomographie(CMR).
An der Universität Leeds wurden beide Verfahren jetzt erstmals in einer größeren Studie an 7.523 Patienten verglichen. Bei allen Patienten wurde außerdem eine Koronarangiographie durchgeführt, mit der die Befunde von SPECT und CMR überprüft wurden.
Das Ergebnis der von der British Heart Foundation gesponserten Studie war eine klare Überlegenheit der CMR: Sensitivität 87 versus 66 Prozent (unter SPECT), Spezifität 83 versus 83 Prozent, positiver Vorhersagewert 77 versus 71 Prozent, negativer Vorhersagewert 90 versus 79 Prozent.
Laut John Greenwood von der Universität Leeds waren die Unterschiede bei der Sensitivität und beim negativen Vorhersagewert signifikant. Auch für den Editorialisten von der Feinberg School of Medicine in Chicago gibt es nur zwei Argumente, die gegen die CMR sprechen. Dies ist einmal die geringere Verfügbarkeit der Kernspintomographie-Geräte und zum anderen die Kostenfrage.
© rme/aerzteblatt.de
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