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Typ-1-Diabetes mellitus: Ungesunder Schlaf stört den Blutzucker

Montag, 2. Januar 2012

Tucson – Fast ein Drittel aller jugendlichen Typ-1-Diabetiker leidet einer Studie in Sleep (2012; 35: 81-88) zufolge unter leichten Schlafstörungen, die sich negativ auf den Blutzucker und auf die schulischen Leistungen auswirken.

Bekannt ist, dass viele Erwachsene mit Typ-2-Diabetes mellitus an einem Schlaf-Apnoe-Syndrom leiden. Als gemeinsamer Risikofaktor beider Erkrankungen gilt die langjährige Adipositas. Viele jugendliche Patienten mit Typ-1-Diabetes mellitus sind dagegen normalgewichtig, und das Schlaf-Apnoe-Syndrom gehört nicht zu den häufigen Begleiterscheinungen dieser Autoimmunerkrankung.

Leichtere Schlafstörungen sind jedoch nicht ungewöhnlich, wie Michelle Perfect von der Universität von Arizona in Tucson und Mitarbeiter herausfanden. Die Schlafmediziner untersuchen 50 jugendliche Typ-1-Diabetiker im Alter von 10 bis 16 Jahren. Jeder dritte hatte einen Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI) von 1,5 oder höher.

Es kommt bei ihnen also pro Stunde im Durchschnitt zu anderthalb kurzen Atemaussetzern. Das ist weniger als für die Definition eines „ausgewachsenen“ Schlaf-Apnoe-Syndrom (AHI 5 oder mehr) gefordert wird. Die leichte SDB kann nach Einschätzung von Perfect jedoch ausreichen, um die Schlafqualität zu mindern.
 

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Die Untersuchungen mit der Polysomnographie zeigten, dass die Patienten weniger Zeit in der erholsamen tiefen Schlafphase N3 verbrachten also eine Vergleichsgruppe gleichaltriger gesunder Jugendlicher. Der Anteil des nichterholsamen N2-Schlafes korrelierte bei den Diabetikern nicht nur mit einer vermehrten Tagesmüdigkeit, die sich negativ auf die schulischen Leistungen und die Lebensqualität auswirkte. Auch die Blutzuckerwerte der Patienten waren schlechter als bei ausgeschlafenen Diabetikern.

Diese Auswirkungen erinnern Perfect an den Typ-2-Diabetes mellitus älterer Menschen. Dass Patienten mit Typ-1-Diabetes mellitus im höheren Alter zusätzlich einen Typ-2-Diabetes mellitus entwickeln (höherer Insulinbedarf) ist nicht ungewöhnlich. Schlafstörungen könnten diese Entwicklung fördern. Perfect rät deshalb jüngeren Diabetikern mit leichten Schlafstörungen rechtzeitig professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

© rme/aerzteblatt.de

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