Berlin – Im Skandal um die mit Billig-Silikon gefüllten Brustimplantate der französischen Firma PIP will der Versicherer Allianz nicht haften. Nach Ansicht der Allianz ist der Versicherungsvertrag unwirksam, weil PIP betrügerisch gehandelt habe, wie die Financial Times Deutschland(FTD) am Mittwoch berichtete.
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Die französische Tochter des Münchner Konzerns habe den inzwischen insolventen Hersteller der minderwertigen Brustimplantate von 2005 bis 2010 versichert, bestätigte das Unternehmen der Zeitung.
Nach Ansicht des Konzerns ist der Vertrag dem Bericht zufolge ungültig, weil PIP wissentlich falsche Angaben gemacht habe. Der Versicherer habe den Insolvenzverwalter bereits im Juli 2010 verklagt. Die erste Anhörung in dem Verfahren finde am 2. Februar statt.
Die Allianz hatte den Hersteller der Brustimplantate laut FTD nach Aufforderung des Bureau central de tarification (BCT) versichert. Das BCT organisiert die Versicherung für Firmen oder Einzelpersonen, die wegen hohen Risikos keine Deckung finden. PIP habe keinen Schaden gemeldet, sagte eine Allianz-Sprecherin der Zeitung.
Die 2010 aufgelöste Firma PIP hatte weltweit hunderttausende mit einem Billig-Silikon gefüllte Brustimplantate verkauft; danach war es vermehrt zu Rissen in den Einlagen und in der Folge zu Entzündungen bei den betroffenen Frauen gekommen. Die Brustimplantate werden teils sogar für Krebsfälle verantwortlich gemacht.
In einem bisher einzigartigen Aufruf empfahlen die Behörden in Frankreich rund 30.000 Frauen, sich die PIP-Silikonkissen vorsichtshalber wieder entfernen zu lassen.
Wie häufig die Implantate bei Frauen in Deutschland eingesetzt wurden, ist bislang nicht bekannt. Offiziell registriert wurden bislang mindestens 19 Fälle, in denen die Implantate gerissen sind.
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