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AOK sieht keinen Hausärztemangel in Bayern

Donnerstag, 5. Januar 2012

München – Von einem Hausärztemangel in Bayern kann nach Ansicht der AOK Bayern keine Rede sein. Derzeit komme in dem Freistaat ein Hausarzt auf durchschnittlich 1.374 Einwohner, teilte die Krankenkasse heute unter Berufung auf den Versor­gungs­atlas Hausärzte 2010 der Kassen­ärztlichen Vereinigung (KV) Bayerns mit. Dies sei bereits heute ein deutlich besserer Schlüssel als das von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung angestrebte Verhältnis von einem Hausarzt pro 1.500 Einwohner.

„Es ist hochgradig unseriös, aus einer mehr als 300-seitigen Analyse eine einzelne Zahl herauszugreifen und daraus zu schließen, die hausärztliche Versorgung wäre in bester Ordnung“, kommentierte der Vorstandsvorsitze der KV Bayerns, Wolfgang Krombholz, die AOK-Äußerung. Der von der Kasse zitierte Versorgungsatlas zeige auch, dass 23 Prozent aller Hausärzte in Bayern 60 Jahre oder älter seien.

Hinzu komme, dass gerade in ländlichen Regionen Bayerns wie im Bayerischen Wald die Verhältniszahlen weitaus ungünstiger ausfielen als in einer Großstadt wie München. Außerdem seien in Bayern rund 18 Prozent der Hausärzte nicht der typischen hausärztlichen Versorgung zuzurechnen, weil sie sich auf spezielle Themenfelder wie die Psychotherapie konzentriert hätten. Rechne man diese Praxen ab, so komme man auf einen Durchschnittswert von 1.666 Einwohnern pro Hausarzt im Freistaat. „Der Nachwuchsmangel ist schon heute deutlich spürbar“, sagte Krombholz. © hil/aerzteblatt.de

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