Impfstoff 1: Vielversprechende Ergebnisse bei Hepatitis C
Donnerstag, 5. Januar 2012
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| CDC |
Oxford – Ein neuartiger Impfstoff gegen die chronische Hepatitis C hat in einer ersten klinischen Studie vielversprechende Ergebnisse erzielt. Die Vakzine induzierte eine T-Zell-Antwort, die laut dem Bericht in Science Translational Medicine (2012: 4: 115ra1) mindestens ein Jahr anhielt und ausreichen könnte, um eine Infektion abzuwehren.
Die meisten Impfstoffe regen die Bildung von Antikörpern an, die Bestandteile der Erregeroberfläche erkennen und dadurch eine Immunabwehr auslösen. Das Hepatitis C-Virus hat jedoch (wie auch das HI-Virus) eine äußerst variable Oberfläche.
Viele Viren können sich deshalb dem Angriff der Antikörper entziehen. Nun gibt es Menschen, bei denen eine Hepatitis C spontan ausheilt. Bei diesen Menschen kommt es zu einem T-Zell-Angriff gegen nicht-strukturelle (NS) Proteine des Virus. Es handelt sich um Eiweiße aus dem Kern, wenn man so will aus dem „Maschinenraum“ des Erregers.
Die Firma Okairos aus Rom hat sich auf die Entwicklung von Impfstoffen spezialisiert, die eine solche T-Zell-Antwort induzieren. Der Impfstoff gegen Hepatitis C ist einer der ersten Projekte der Firma. Im Prinzip könnten auch Impfstoffe gegen andere Viren konstruiert werden.
Der Impfstoff gegen Hepatitis C besteht aus Adenoviren, die auf gentechnischem Weg mit nicht-strukturellen Proteinen des Hepatitis C-Virus versehen wurden. Der Hersteller wählte zwei Adenoviren aus, die beim Menschen selten auftreten oder nur Schimpansen infizieren. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass Antikörper, die der Körper nach früheren Infektionen erworben hat, das Impfstoffvirus vernichten, bevor dieses eine Immunantwort induzieren kann.
In einer ersten klinischen Studie impfte das Team um Paul Klenerman von der Universität Oxford 41 gesunde Probanden. Das primäre Ziel einer Phase-I-Studie ist die Sicherheitsprüfung. Die Vakzine bestand diesen Test. Es kam zu keinen schweren Komplikationen. Klenerman führte zusätzlich erste Labortests zur Wirksamkeit des Impfstoffes durch.
Sie ergaben, dass die T-Zellen der Probanden nach der Impfung in der Lage sind, verschiedene Genotypen des Hepatitis-C-Virus zu erkennen. Es kommt laut Klenerman zu der gleichen Immunantwort, die bei einigen Menschen eine Spontanheilung der Hepatitis C herbeiführt. Vielversprechend ist auch der Befund, dass die T-Zell-Antwort bei der letzten Nachuntersuchung, ein Jahr nach der Impfung, noch nachweisbar war.
Daraus kann natürlich nicht gefolgert werden, dass der Impfstoff tatsächlich eine Schutzwirkung erzielt. Dieser Beweis kann erst in Feldstudien an einer größeren Zahl von Risikopatienten gezeigt werden. Zunächst sind allerdings weitere Studien zur Ermittlung der optimalen Dosis geplant. Mit einem Impfstoff gegen Hepatitis C ist frühestens in einigen Jahre zu rechnen.
© rme/aerzteblatt.de
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