Kommunale Krankenhäuser: Ärzte votieren für Streik
Dienstag, 10. Januar 2012
dapd
Berlin – Das Ergebnis der Urabstimmung an den kommunalen Krankenhäusern ist eindeutig: 92,7 Prozent der Marburger-Bund-Mitglieder stimmten für die Aufnahme von Arbeitskampfmaßnahmen, um den Forderungen der Ärztegewerkschaft in den Tarifverhandlungen mit der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) Nachdruck zu verleihen.
Noch heute Abend wird daher die Große Tarifkommission des Marburger Bundes (MB) die etwa 45.000 Ärztinnen und Ärzte in den etwa 600 kommunalen Krankenhäusern im Tarifbereich VKA zum unbefristeten Streik aufrufen. Dieser dürfte am 26. Januar beginnen.
„Das Votum unserer Mitglieder ist ein klares Signal der Streikbereitschaft und eine große Rückenstärkung in der aktuellen Tarifauseinandersetzung mit der VKA. Jetzt ist es an der Arbeitgeberseite, aus diesem Ergebnis die richtigen Schlüsse zu ziehen“, sagte der MB-Vorsitzende Rudolf Henke.
VKA-Hauptgeschäftsführer Manfred Hoffmann bezeichnete das Ergebnis der Urabstimmung als „wenig überraschend“. Schließlich habe die Ärztegewerkschaft massiv dafür geworben. Hoffmann: „Dies entbindet den MB jedoch nicht von seiner Pflicht, auf dem Verhandlungswege nach einer Lösung zu suchen.“ Die kommunalen Krankenhausarbeitgeber seien dazu weiterhin bereit. Ein Streik belaste die Patienten und verschärfe die Nöte bei den Krankenhäusern.
Anzeige
Auch der Deutsche Städtetag appellierte an den MB, nicht zu streiken. Die Forderungen der Ärztegewerkschaft gingen an der Realität vorbei, sagte sein Hauptgeschäftsführer Stephan Articus. Bei zu hohen Tarifabschlüssen bestehe die Gefahr einer „Spirale von noch mehr Arbeitsverdichtung und noch schlechterer Personalausstattung“.
Henke betonte hingegen, dass die VKA in der vierten Runde der Tarifverhandlungen zwischen MB und VKA am 22. November 2011 ein Angebot vorgelegt habe, „das wir als offenen Affront auffassen mussten“. Die VKA-Doktrin, wonach es durch die staatlich festgelegte Veränderungsrate der Grundlohnsumme (de facto 1,48 Prozent) keinen weiteren Spielraum für darüber hinaus gehende Gehaltsverbesserungen gebe, sei nicht akzeptabel.
Denn: „Die Krankenhäuser haben in den ersten drei Quartalen 2011 einen tatsächlichen Erlöszuwachs von 4,2 Prozent erzielt. Irgendetwas stimmt also nicht mit der Aussage, dass nur die Grundlohnrate darüber entscheidet, wie viele Mittel den Kliniken zur Verfügung stehen“, erklärte der MB-Vorsitzende.
Der MB fordert in der Tarifrunde unter anderem eine lineare Gehaltserhöhung für die Ärzte um sechs Prozent, eine deutlich bessere Bezahlung der Bereitschaftsdienste und eine Begrenzung der Bereitschaftsdienste auf vier pro Monat.
Hannover – Tarifverträge für Ärztinnen und Ärzte, die als Angestellte in den Praxen niedergelassener Ärzte arbeiten, hat der 1. Vorsitzende des Marburger Bundes (MB), Rudolf Henke, gefordert. „Wir...
Hannover – Die Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen und die niedersächsische Diakonie auf der einen Seite sowie die Gewerkschaften Marburger Bund (MB), Landesverband Niedersachsen, und...
Berlin – Der Marburger Bund (MB) und die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) haben sich heute in Berlin auf einen neuen Tarifvertrag für die rund 18.000 Ärztinnen und Ärzte in...
Berlin - Die Große Tarifkommission des Marburger Bundes (MB) hat am Samstag mit deutlicher Mehrheit dem Ergebnis der Tarifverhandlungen mit der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA)...
Gießen – Nach der Massenkarambolage auf der Autobahn in der Wetterau hat die Gewerkschaft Verdi einen für Mittwoch geplanten Warnstreik im Uni-Klinikum Gießen/Marburg abgesagt. Die Nachricht von den...
Gießen – Am privatisierten Universitätsklinikum Gießen/Marburg ist für morgen ein ganztägiger Warnstreik ausgerufen worden. Die Gewerkschaft Verdi will damit nach heutigen Angaben Druck in den...
Berlin – 6,5 Prozent mehr Gehalt und eine bessere Bezahlung der Arbeit in der Nacht und an Samstagen – das sind die zentralen Forderungen des Marburger Bundes (MB) in den Tarifverhandlungen für die...
Leserkommentare
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie
registriert sein.
Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.
Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes
Leserkommentare
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.