Sonographie auch bei Schlaganfalldiagnostik bedeutsam
Mittwoch, 11. Januar 2012
Hamburg – Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) hat die Rolle der Sonographie bei der Diagnostik des Schlaganfalls betont. Je nachdem, ob die Ursache ein Gefäßverschluss oder eine Hirnblutung sei, müssten sich die Ärzte innerhalb kürzester Zeit für die passende Therapie entscheiden. Medizinischer Ultraschall verbessere diese Diagnostik: Die farbkodierte Duplex-Sonographie ist laut DEGUM daher ein unverzichtbarer Bestandteil auf Stroke Units.
Bei einem Schlaganfall klären Neurologen mittels Computer- oder Kernspintomographie zunächst, ob ein Gefäßverschluss oder eine Hirnblutung vorliegt. Nur bei einem Gefäßverschluss ist eine Rekanalisierung möglich. „Die Lage und die Länge des Verschlusses geben uns wichtige Informationen über die Aussichten der Therapie“, sagt DEGUM-Vorstandsmitglied Michael Görtler.
Er leitet eine Stroke Unit an der Universitätsklinik für Neurologie in Magdeburg. Für die genaue Diagnose gibt es laut Görtler mehrere diagnostische Verfahren: „Sie können über eine Vene ein Kontrastmittel in den Körper spritzen und dann in einer erneuten Computer- oder Kernspintomographie den Verlauf der Blutgefäße im Gehirn verfolgen“, so Görtler. Auch die digitale Subtraktionsangiographie könne die Arterien im Gehirn darstellen.
„Trotzdem gelingt es uns nicht immer, die Länge des Verschlussprozesses richtig abzuschätzen und zu erkennen, ob die dahinter liegenden Gefäße und damit Hirnareale tatsächlich nicht mehr ausreichend durchblutet sind“, sagte Görtler. Eine farbkodierte Duplex-Sonografie könne hier den entscheidenden Hinweis liefern und sei ohne großen Zeitverlust machbar. © hil/aerzteblatt.de
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