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Rasilez: Hyperkaliämie unter der Kombinationstherapie

Freitag, 13. Januar 2012

Toronto – Die Kombination des Renin-Inhibitors Aliskiren (Rasilez) mit einem ACE-Hemmer oder einem Angiotensin-Rezeptorblocker (Sartan, ARB) kann eine Hyperkaliämie auslösen. Dies ergab eine Meta-Analyse im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2012; 344: e42), die erstmals detaillierte Angaben zu den Risiken der Kombination macht, vor der die Arzneibehörden vor dem Jahreswechsel gewarnt hatten.

Anlass der Warnung war der Abbruch der „Aliskiren Trial in Type 2 Diabetes Using Cardiovascular and Renal Disease Endpoints“ (ALTITUDE). Hier war es unter den Kombinationstherapien (Aliskiren plus ACE-Hemmer oder Aliskiren plus ARB) zu einer „höheren Inzidenz unerwünschter Ereignisse in Bezug auf nicht-tödlichen Schlaganfall, renale Komplikationen, Hyperkaliämie und Hypotonie“ gekommen, wie es im Rote-Hand-Brief des Herstellers heißt. Genauere Ergebnisse der Studie wurden nicht mitgeteilt.

Der Verdacht, dass die Kombination zweier Wirkstoffe, die an verschiedenen Orten des Renin-Angiotensin-System angreifen, riskant sein könnte, ist nicht neu. Sie gründet sich auf die negativen Erfahrungen der ONTARGET-Studie. Dort war es unter der Kombination von ACE-Hemmer plus ARB zu einem Anstieg von arteriellen Blutdruckabfällen, Synkopen und Nierenfunktionsstörungen gekommen (NEJM 2008; 358: 1547-1559).

Deshalb hatten Ziv Harel und Mitarbeiter bereits vor Bekanntwerden des Abbruchs der ALTITUDE-Studie eine Meta-Analyse begonnen. Sie fasst die Ergebnisse von zehn randomisierten kontrollierten Studien mit 4.814 Teilnehmern zusammen. Aliskiren war wie in der ALTITUDE-Studie mit ACE-Hemmern oder ARB kombiniert worden. Die Folge war eine erhöhte Rate von Hyperkaliämien. Sie traten unter der Kombination zu 58 Prozent häufiger auf als unter einer Monotherapie mit ACE-Hemmern oder ARB und zu 67 Prozent häufiger aus als unter einer Monotherapie mit Aliskiren.

Es wurde außerdem eine um 14 Prozent erhöhte Rate von akuten Nierenfunktionsstörungen beobachtet, die aber das Signifikanzniveau verfehlte. Dies schließt nach Ansicht des Nephrologen Harel jedoch nicht aus, dass Nierenschäden für den Anstieg klinischer Endpunkte in der ALTITUDE-Studie verantwortlich sind. Weitere Antworten werden von der Publikation der Studie erwartet, die mit 6.808 Teilnehmern größer war, als die zehn Studien der Meta-Analyse zusammen. © rme/aerzteblatt.de

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