Teledermatologie: Videokonferenz mit dem Hautarzt kann Therapie verändern
Dienstag, 17. Januar 2012
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Sacramento – Wenn weite Wege oder andere Gründe den Besuch eines Dermatologen erschweren, bietet sich die Teledermatologie an. An der Universität von Kalifornien bieten Dermatologen sogar interaktive Videokonferenzen an, mit guten Erfolgen, wie eine Publikation in den Archives of Dermatology (2012; 148: 61-65) zeigt.
Nicht alle Patienten, die die Dermatologen der Universität in Sacramento seit 1996 telemedizinisch beraten, leben fern der Metropolregion im Norden Kaliforniens. Unter den Klienten der Klinik befinden sich auch viele Gefängnisinsassen. Doch Gefängnismediziner und Landärzte haben, wie Nicht-Dermatologen anderswo, oft das gleiche Problem. Obwohl Hauterkrankungen oft ohne spezielle Instrumente beurteilt werden können, fällt die Differenzialdiagnose von Dermatosen schwer. Viele Ärzte sind bei ihren Therapieentscheidungen unsicher und nehmen deshalb gern den telemedizinischen Dienst der Universität in Anspruch.
Dabei haben sich interaktive Videokonferenzen als vorteilhaft erwiesen, berichten Sonia Lamel und Mitarbeiter. Anders als bei der Beurteilung von zugemailten Bildern und Befunden, könnten die Spezialisten den Patienten und seinen betreuenden Arzt direkt befragen, und wesentliche Punkte zur Anamnese und Klinik der Dermatosen klären. Bei den fast 1.500 Patienten, die in den Jahren 2003 bis 2005 von der Klinik per Videokonferenz zusammen mit ihrem behandelnden Arzt betreut wurden, kam es häufig zu Änderungen von Diagnose und Therapie.
Bei 69,9 Prozent der Patienten wurde die Diagnose revidiert, Ebenso häufig waren mit 67,5 Prozent Änderungen in der Therapie. In den meisten Fällen berieten die Uni-Spezialisten ihre Kollegen bei der Indikationsstellung (oder auch beim Absetzen einer ungeeigneten Therapie).
Gelegentlich benötigten die Mediziner auch Unterstützung bei der richtigen Dosierung. Die Schulung von Ärzten und Patienten gehört für Lamel ebenfalls zu den wichtigen Aspekten der interaktiven Teledermatolgie. Schwierigkeiten gebe es nur bei dem Terminabsprachen zwischen Experten, Mediziner vor Ort und seinem Patienten.
Da es sich um keine vergleichende Studie handelt, kann Lamel streng genommen nicht beweisen, dass die Beratung sich günstig auf die Behandlung auswirkt. Als Hinweis mag gelten, dass sich die Dermatose bei den Patienten, bei denen die Therapie geändert wurde, doppelt so häufig besserte, wie bei Patienten, bei denen die ursprüngliche Therapie beibehalten wurde.
© rme/aerzteblatt.de
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