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Hausärzte und Pflege wollen gemeinsam Verträge anbieten

Mittwoch, 18. Januar 2012

Berlin – Der Deutsche Hausärzteverband (HÄV) und der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) wollen in Zukunft gemeinsam berufsübergreifende Versorgungslösungen entwickeln, um Hausarztpraxen und Pflegeeinrichtungen einerseits sowie Hausarztpraxen und ambulante Pflegedienste andererseits besser zu vernetzen. Das kündigten Vertreter beider Organisationen am Mittwoch in Berlin an.

„Eine gute medizinische und pflegerische Versorgung, besonders alter und kranker Menschen, werden wir zukünftig nur noch durch eine sehr enge Zusammenarbeit garantieren können“, sagte Ulrich Weigeldt, Bundesvorsitzender des HÄV. „Durch eine stärkere Verzahnung zwischen Hausärzten und den Pflegeeinrichtungen werden Krankenhausaufenthalte oftmals vermeidbar sein“, ergänzte Bernd Meurer, Präsident des bpa.  Entsprechende Ansätze enthalten auch die Vorstellungen zur Reform der Pflegeversicherung, die Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) am selben Tag in Berlin vorlegte.

Konkret wollen die beiden neuen Partner HÄV und bpa an verschiedenen Vertragslösungen arbeiten. Dazu zählen spezielle gemeinsame Angebote für pflegende Angehörige oder zur koordinierten Überleitung von Patienten in das und aus dem Krankenhaus heraus.

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Angedacht sind auch strukturierte Versorgungsansätze, innerhalb derer beispielsweise mehrere Hausärzte einer Region untereinander die Betreuung von Patienten in Pflegeheimen koordinieren und sichern. Dazu sollen sie eng mit den Pflegenden in einem Heim zusammen arbeiten, um unnötige Klinikeinweisungen zu vermeiden.

Einen ersten Vertrag konnten HÄV und bpa noch nicht präsentieren. Weigeldt geht aber davon aus, dass dies noch im Lauf dieses Jahres der Fall sein wird. Dass die Versorgung für die jeweilige Krankenkasse dadurch teurer würde, glaubt er nicht: Nach Ansicht des HÄV-Bundesvorsitzenden sind die Reibungsverluste an den Schnittstellen der Versorgung heute so groß, dass sie sich ohne zusätzliche Kosten durch kooperative Lösungen verringern ließen.

„Ziel ist es, ohne Kommunikationsbrüche über Sektorengrenzen hinweg zu kooperieren, damit die an der Versorgung Beteiligten Hand in Hand im Sinne der gemeinsam betreuten Patienten und pflegenden Angehörigen arbeiten können“, erläuterte Weigeldt. „Dies erhöht nicht nur die Lebensqualität der betreuten Menschen, sondern fördert auch die Berufszufriedenheit der beteiligten Hausärzte und Pflegefachkräfte.“   

Vertreter des HÄV machten auch deutlich, dass sie mit ihren Plänen die festgefahrene Debatte  um eine Delegation ärztlicher Leistungen überwinden wollen. Diese spiele sich „in Sphären ab, die mit der Versorgung wenig zu tun haben“, kritisierte Weigeldt.

Er verwies darauf, dass auch speziell qualifizierte Praxismitarbeiterinnen (Stichwort: EVA, VeraH, AgNES) bei der Verknüpfung von Pflegekraft und Hausarzt eine wichtige Rolle spielen könnten. HÄV-Schatzmeister Wolfgang Meunier stellte klar: „Die Gesamtverantwortung für eine Behandlung muss beim Arzt bleiben.“ Dieser könne aber Teilbereiche delegieren, beispielsweise die Wundbehandlung, eine notwendige Flüssigkeitsgabe oder die Kontrolle der Medikation. © Rie/aerzteblatt.de

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