Heidelberg – Bei einer Infektionswelle an der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg haben sich 19 schwerkranke Patienten mit Erkältungsviren infiziert. Bei drei seit Anfang des Jahres verstorbenen Patienten sei der Erreger gefunden worden, teilte die Klinik heute mit. Ein Zusammenhang könne nicht ausgeschlossen werden. In drei Stationen der Klinik, in denen Patienten mit Blutkrebs behandelt werden, wurde den Angaben zufolge zu Jahresbeginn eine ungewöhnliche Häufung von Infektionen mit dem RS-Virus festgestellt.
Wie der Kommissarische Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums, Peter
Nawroth, in Heidelberg sagte, sind diese Viren im Winter weitverbreitet. Sie
führten bei gesunden Erwachsenen meist zu harmlos verlaufenden
Erkältungskrankheiten. Für Risikopatienten mit einem schwachen Immunsystem
könnten die RS-Viren allerdings lebensbedrohlich werden. Sie werden vor allem
über Tröpfchen verbreitet.
RKI-Experten sollen helfen
Trotz umfangreicher RSV-Screenings bei Patienten und Mitarbeitern seien die
Infektionsquelle beziehungsweise die Übertragungswege bisher jedoch noch nicht
bekannt. Das Klinikum habe Experten des Robert Koch-Instituts (RKI)
angefordert, die bei der Ursachensuche helfen sollen, sagte der Ärztliche
Direktor.
Die Infektionswelle wurde laut Klinik dem Gesundheitsamt gemeldet, umfangreiche hygienische Maßnahmen seien inzwischen erfolgreich eingeleitet worden. So werden unter anderem infizierte Patienten isoliert, das Personal muss spezielle Masken tragen. Außerdem wurde ein Aufnahmestopp für Patienten verhängt, die nicht sofort operiert werden müssen. Auch gilt ein Besuchsverbot für Menschen, die unter einer Atemwegserkrankung leiden.
Seit 17. Januar wurden keine Neuinfektionen mehr festgestellt. Die Ärzte gehen daher davon aus, dass die Infektion gestoppt ist: „Wir haben alles dafür getan, die Infektionskette zu unterbrechen sowie weitere Patienten und Mitarbeiter zu schützen, das scheint gelungen zu sein", sagte Nawroth.
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