Ärztinnenbund kritisiert anhaltende Benachteiligung von Frauen
Montag, 23. Januar 2012
 |
| dpa |
Berlin – Über ein Drittel der Ärztinnen sind mit der
Mitbestimmung am Arbeitsplatz, den Entwicklungsmöglichkeiten und dem Einkommen
unzufrieden. Auf eine entsprechende Studie „Ich bin Ärztin“ seiner
Ehrenpräsidentin Astrid Bühren hat der
Deutsche Ärztinnenbund (DÄB)
hingewiesen. „Es geht um nicht weniger als die Motivation einer ganzen
Generation nachwachsender Ärztinnen, es geht um geregelte Arbeitszeiten und
verbesserte Arbeitsbedingungen, um Familienfreundlichkeit als Teil der
Unternehmenskultur im Gesundheitswesen und nicht zuletzt um die
Sensibilisierung für die Geschlechterthematik in Forschung und Lehre“, sagte
die DÄB-Präsidentin Regine Rapp-Engels.
Laut der Studie empfinden Ärztinnen sich weiterhin nicht als
gleichberechtigt: 89,1 Prozent der 1.200 Befragten waren der Auffassung, dass
Männer in der Medizin schneller befördert werden. 78,1 Prozent meinen, dass die
Leistungen von Frauen anders beurteilt werden als die Leistungen ihrer
männlichen Kollegen.
„Die Studie bestätigt, dass Mütter sich stärker unter Druck
sehen als Ärztinnen ohne Kinder, Klinikerinnen stärker als Niedergelassene.
Zwei von drei Ärztinnen gaben an, durch berufliche Hemmnisse ihre Karriere
nicht so erfolgreich verfolgen zu können, wie sie gerne möchten“, berichtet
Bühren.
Gleichwohl sehen sich 89,8 Prozent der Befragten als gute
und erfolgreiche Ärztin, 95,6 Prozent meinen, mit ihrer positiven Ausstrahlung
den Patienten ein sicheres Gefühl zu vermitteln. „Hier zeichnet sich eine
wichtige persönliche Ressource ab, die es den Ärztinnen ermöglicht, mit
Stressoren erfolgreich umzugehen“, so die Studienautoren.
© hil/aerzteblatt.de
Leserkommentare
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.