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Medizin

MRSA in Schweinefleisch

Montag, 23. Januar 2012

Iowa City – Schweinefleisch aus dem Supermarkt kann mit Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA) kontaminiert sein. In einer US-Studie in PLoS One (2012; 7: e30092) wurde der Problemkeim in 7 Prozent aller Proben nachgewiesen – auch bei Biofleisch.

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Staphylokokken gehören zu den häufigeren Erregern von „Lebensmittelvergiftungen“. Die Zahl der Erkrankungen in den USA wird auf jährlich 185.000 geschätzt. Die meisten Erkrankungen verlaufen gutartig, schwere Verläufe sind jedoch möglich. Verdorbenes Schweinefleisch ist eine mögliche Quelle. Der Anteil von MRSA an allen „Lebensmittelvergiftungen“ mit Staphylokokken wurde bisher als gering eingestuft.

Eine Untersuchung von Tara Smith vom Center for Emerging and Infectious Diseases der Universität von Iowa in Iowa City kommt jedoch zu einem anderen Ergebnis. Die Forscher haben Schweinefleischprodukte aus 36 Geschäften im Labor untersucht. Zwei Drittel waren mit Staphylokokken kontaminiert. Der Anteil von MRSA an allen Schweinefleischproben betrug 7 Prozent, beim Kotelett sogar bis zu 50 Prozent. Die Bakterien wurden auch in Fleischproben nachgewiesen, die den Hinweis „ohne Einsatz von Antibiotika“ (oder ähnlich) trugen.

Um zu untersuchen, ob die MRSA von den Tieren stammten oder ob es bei der Verarbeitung zur Kontamination durch Menschen gekommen ist, wurden die MRSA typisiert. In 27 Prozent wurde der Typ ST398 gefunden, der in Tierställen verbreitet ist. Bei 46 Prozent lagen die Typen t002 und t008 vor, die häufig beim Menschen auftreten, aber auch schon bei lebenden Schweinen nachgewiesen wurden.

Der Nachweis von Bakterien in Fleischproben beweist nicht, dass der Verzehr bedenklich ist. Entscheidend ist die Dosis: Zu einer Infektion kommt es in der Regel erst, wenn das Fleisch beim Verbraucher verdirbt oder sich durch Hygienefehler an Küchengeräten ausbreitet. Der hohe Anteil von MRSA belegt für Smith jedoch, dass eine Übertragung von multiresistenten Keimen aus der Viehzucht auf den Menschen im Prinzip möglich ist.

In den letzten Jahren konnten mehrfach Erkrankungen beim Menschen auf Erreger in der Viehzucht zurückgeführt werden. Bislang schienen nur Landwirte oder andere Personen, die beruflich Umgang mit infizierten Tieren haben, gefährdet zu sein. Die neue Studie zeigt, dass die Keime auch zum Verbraucher gelangen können.
© rme/aerzteblatt.de

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