Ärzte ohne Grenzen beklagen „brutale Gewalt“ im Südsudan
Dienstag, 24. Januar 2012
dpa
Juba – Die Organisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) hat die
anhaltende „brutale Gewalt“ zwischen verfeindeten Volksgruppen im Südsudan
beklagt. Auch Wochen nach dem Angriff auf die Stadt Pibor und umliegende Dörfer
kämen Verletzte in die Krankenhäuser, teilte die Organisation heute mit. Einige
Verletzungen wie Schusswunden und Infektionen seien bereits mehrere Wochen alt,
da sich die Betroffenen aus Angst lange versteckt hielten. Die Organisation
beobachte weiter eine „Spirale der Gewalt im gesamten Norden des Bundesstaats
Jonglei“. Bewohner würden dort „gezielt angegriffen“.
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Tausende bewaffnete junge Männer vom Stamm der Lou Nuer
waren Anfang Januar durch die Region Pibor gezogen, die von Angehörigen der
Murle bewohnt wird. Die Angreifer brannten Hütten nieder und plünderten ein
Krankenhaus von Ärzte ohne Grenzen. Grund für den Angriff waren angebliche
Viehdiebstähle der Murle.
Die UNO befürchtet Hunderte Tote in den vergangenen Wochen.
Schätzungen zufolge sind mindestens 120.000 Menschen von der Gewalt betroffen.
MSF hatte Pibor zunächst verlassen, die Arbeit später dann aber wieder
aufgenommen. Wie das UN-Flüchtlingskommissariat (UNHCR) heute mitteilte, wurde am Vortag im
Südsudan ein Flüchtlingslager mit rund 5.000 Insassen aus der Luft angegriffen.
Ein Junge sei verletzt worden, mindestens 14 weitere Flüchtlinge würden
vermisst, erklärte die Organisation.
Der Südsudan hatte sich im Juli für unabhängig erklärt; die
Führung in der Hauptstadt Juba beschuldigte den Norden, für mehrere
Bombenangriffe in der Grenzregion verantwortlich zu sein. Die Streitkräfte des
Nordens wiesen die Anschuldigungen zurück.
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