Dresden – Eine Forschungs- und Entwicklungsplattform für innovative Technologien zur Strahlenbehandlung von Krebserkrankungen, das „OncoRay-Zentrum“, errichtet das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden. „Das Nebeneinander eines konventionellen und eines laserbasierten Protonenbeschleunigers wird weltweit einmalig sein – das Dresdner Kompetenzzentrum etabliert sich damit als Referenz- und Kristallisationspunkt weiterer Forschungen auf diesem Gebiet“, sagte der Sprecher des Zentrums, Michael Baumann.
Nachdem die Arbeiten an den Untergeschossen laut dem Uniklinikum gut vorangekommen sind, wurde Mitte Januar der Grundstein für die Protonentherapieanlage gelegt. Ende 2013 sollen die letzten Handwerker den Neubau verlassen, so dass Ärzte und Wissenschaftler Anfang 2014 forschen und Krebspatienten behandeln können.
„Mit der innovativsten Form der Strahlentherapie bieten wir Spitzenmedizin, die derzeit in Deutschland auf universitärem Niveau nur in Heidelberg und demnächst auch in Essen sowie weltweit an rund 30 Krankenhäusern verfügbar ist“, sagte Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums.
Der Gebäudekomplex und die technische Infrastruktur werden vor allem durch die Europäische Union, den Bund und das Land Sachsen, sowie das Universitätsklinikum und das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf finanziert.
Die in der Strahlentherapie üblicherweise verwendeten Photonen entfalten ihre therapeutische Wirkung nicht nur im Tumor selbst, sondern bereits auf ihrem Weg durch den Körper zur Krebsgeschwulst und dahinter. Protonen dagegen können so einsetzt werden, dass sie auf dem Weg zum Tumor nur wenig Energie abgeben. In dem bösartig veränderten Gewebe dagegen entfalten sie ihre volle Kraft.
„In dieser Hinsicht sind die Protonen in ihrer
medizinischen Wirkung den heute standardmäßig eingesetzten Photonen deutlich
überlegen“, sagte Baumann, der neben seiner Aufgabe als Sprecher des
Onco-Ray-Zentrums auch Direktor der Klinik für Strahlentherapie und
Radioonkologie am Dresdner Uniklinikum ist.
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