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| dapd |
Madrid – Frittierte Nahrungsmittel stehen bei Kardiologen im Ruf, besonders schädlich für das Herz zu sein. Eine Auswertung der EPIC-Studie im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2012; 344: e363) kann jedoch keine erhöhte Rate von koronaren Herzkrankheiten (KHK) oder ein erhöhtes Sterberisiko nachweisen – was möglicherweise damit zusammenhängt, dass die Studie in Spanien durchgeführt wurde.
Das Garen in Fetten und Ölen zählt aus mehreren Gründen zu den ungesünderen Zubereitungsmethoden. Zunächst steigert es den Kaloriengehalt, da die Fette von den Nahrungsmitteln aufgenommen werden. Die hohe Hitze führt auf der Oberfläche zu einer Kruste, die zwar den Geschmack verbessert, aber auch Acrylamid und andere Schadstoffe enthalten kann. Die wichtigsten Bedenken betreffen aber die Veränderung der Fette selbst. Durch das Erhitzen werden ungesättigte Verbindungen in Trans-Fette verwandelt, die als Mitverursacher der KHK in der Diskussion sind. Das Risiko ist besonders dann erhöht, wenn die Fette mehrfach verwendet werden, was im Fastfood-Bereich die Regel ist.
Wenn das Öl jedoch regelmäßig ersetzt wird und statt tierischer Fette Oliven- oder Sonnenblumenöle verwendet werden, scheint das Frittieren an sich nicht schädlich für das Herz zu sein. Zu diesem Ergebnis kommt jetzt jedenfalls Pilar Guallar-Castillón von der Autonomen Universität Madrid, die die Daten der spanischen Kohorte der European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC) ausgewertet hat.
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Michael Leitzmann von der Universität Regensburg meint im Editorial, die Studie widerlege den Mythos, dass frittierte Nahrungsmittel schlecht für das Herz sein. Er warnte jedoch ebenso wie die British Heart Foundation vor dem Umkehrschluss, dass nun bedenkenlos „Fish and Chips“ und andere Fastfood-Waren ohne Bedenken verzehrt werden können.
Zum einen erhöht das Frittieren den Kaloriengehalt der
Nahrung auch dann beträchtlich, wenn Oliven- und Sonnenblumenöl verwendet
werden. Zum anderen sei nicht zu erwarten, dass die hiesigen Fastfood-Anbieter
auf gesunde Fette wechseln und auf die häufige Wiederverwendung verzichten
werde.
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