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| dpa |
Berlin – Der AOK-Bundesverband hat die Pläne für eine Aufweichung der Nutzenbewertung neuer Arzneimittel und die Einschränkung von Arzneimittelrabattverträgen scharf kritisiert. „Das Positionspapier der CDU/CSU-Bundestagsfraktion liest sich wie eine Wünsch-dir-was-Liste der Pharmaindustrie und der Apotheken-Lobby", monierte Uwe Deh, Geschäftsführender Vorstand des AOK-Bundesverbandes.
Er verwies auf die bereits spürbaren positiven Wirkungen des Gesetzes zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes (AMNOG). So hätten einzelne Hersteller neue Medikamente gar nicht erst zur Bewertung eingereicht, weil sie selbst von deren Nutzwert offenbar nicht ausreichend überzeugt seien. „Wenn die Union jetzt der Pharmalobby nachgibt und die Regelungen zur Vergleichstherapie bei der frühen Nutzenbewertung aufweichen will, wird der Tiger zum Bettvorleger, bevor er überhaupt gesprungen ist", warnte Deh.
aerzteblatt.de |
Auch die in dem Positionspapier vorgeschlagenen Kriterien zur Preisfindung bei Medikamenten mit Zusatznutzen spiegeln laut AOK ausschließlich die Forderungen der Pharmaindustrie wider. Demnach will man die Frage der Wirtschaftlichkeit gegenüber bereits vorhandenen Therapien bei der Nutzenbewertung ausklammern.
Eine Forderung, die für Deh nicht nachvollziehbar ist: „Was einen Nutzen hat, ist auch wirtschaftlich. Deshalb sind Nutzen und Wirtschaftlichkeit nicht voneinander zu trennen", betonte er.
Der Vorschlag, den Apothekenabschlag ab 2013 abzusenken, stößt bei der Kasse ebenfalls auf Unverständnis. „Das sieht nach einem Geschenk für die Apotheker im Wahljahr 2013 aus", vermutete Verbandsvize Deh. Die Bundesregierung selbst habe den Abschlag erst vor einem Jahr auf 2,05 Euro heraufgesetzt. „Ein Absenken auf 1,75 Euro würde die Beitragszahler jedes Jahr einen dreistelligen Millionenbetrag kosten", warnte er.
Ausdrücklich begrüßte Deh hingegen die Anregung, die Nutzenbewertung auf den Bestandsmarkt neuer Medikamente auszudehnen. Demnach würden auch patentgeschützte Mittel bewertet, die vor Inkrafttreten des AMNOG auf den Markt gekommen sind.
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