München – Der Bayerische Hausärzteverband hat heute einen neuen Hausarztvertrag geschlossen, der ab 1. April in Kraft tritt. Der Vorsitzende des Hausärzteverbands, Dieter Geis, bezeichnete die Vereinbarung als „Meilenstein“ und Signal für die noch laufenden Gespräche mit anderen Krankenkassen.
Der Vertrag sieht ein Modulsystem vor, das eine differenzierte und transparente Abrechnung ermöglicht, anstatt Ärzte überwiegend nach Pauschalen zu vergüten. Eine bessere Vergütung soll etwa Anreize für Hausbesuche schaffen und die Zahl der Klinikaufenthalte verringern. So erhalten die Mediziner künftig 30 Euro Besuchsgebühr plus Wegegeld anstatt wie bisher nur 17 Euro. Dazu kommt für Palliativpatienten ein Zuschlag von 20 Euro je Besuch.
Auch die Behandlung von älteren Patienten soll sich stärker lohnen. Dazu wurde die Grundpauschale von 35 auf 47 Euro erhöht. Mehr Geld gibt es außerdem für Präventionsleistungen, die künftig einzeln in der Abrechnung aufgelistet werden können.
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Die derzeit noch geltende Vereinbarung war über einen Schiedsspruch geschlossen worden. Mit diesem sei jedoch niemand zufrieden gewesen, sagte Sigrid König vom BKK Landesverband Bayern.
Um wie viel mehr die Ärzte künftig verdienen, lässt sich den Vertragspartner zufolge nicht abschätzen und ist individuell. „Es wird sicher mehr sein“, stellte jedoch Johannes Thormählen von der GWQ ServicePlus AG in Aussicht. Die Kassen sind durch individuelle „Wirtschaftlichkeitsprüfungen“ vor „überbordenden Leistungen“ geschützt.
Rund 120 Betriebskrankenkassen in Bayern zählen rund 2,4 Millionen Mitglieder.
Damit ist jeder vierte gesetzlich Krankenversicherte im Freistaat in einer
Betriebskrankenkasse. Die Vereinbarung hat eine Mindestlaufzeit von knapp drei
Jahren. Vertragspartner sind der Bayerischen Hausärzteverbandes (BHÄV), der BKK
Landesverband Bayern, die BKK-Vertragsarbeitsgemeinschaft (VAG) Bayern sowie die
GWQ ServicePlus AG.
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