San Francisco – Ein neuer Test, der die Aktivität von 14 Genen in den Krebszellen bestimmt, kann das Staging des nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom (NSCLC) verbessern. Bei Tumoren im Stadium I wurde in einer Studie im Lancet (2012; doi: 10.1016/S0140-6736(11)61941-7) die prognostische Genauigkeit bisheriger Kriterien übertroffen.
Die Prognose des SCLC ist ungünstig. Selbst im Stadium I leben nach 5 Jahren weniger als die Hälfte der Patienten. Ob eine adjuvante Chemotherapie die Prognose verbessert, ist unklar. Das derzeitige Staging, das allein aufgrund der CT-Befunde die Stadien IA und IB unterscheidet, hat sich bisher nicht als hilfreich erwiesen.
Ein neuer molekularbiologischer Test, den die Firma Pinpoint Genomics in Mountain View in Kalifornien entwickelt hat, bestimmt mit der quantitativen Polymerasekettenreaktion die Konzentration von 14 verschiedenen Messenger-RNA in den Tumorzellen. Diese hatten in einer ersten „Trainingskohorte“ die Aggressivität des Tumors beeinflusst. Jetzt wurden die Daten in zwei weiteren Kohorten in Nordkalifornien und in China validiert.
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Wie die Gruppe um David Jablons von der Universität von Kalifornien in San Francisco berichtet, hat der Gentest die prognostische Genauigkeit des derzeitigen Stagings übertroffen. Die Forscher unterteilten die Testergebnisse in drei Gruppen. Im Niedrig-Risiko-Bereich betrug die 5-Jahres-Überlebenszeit der Patienten in der US-Kohorte 71 Prozent und in der chinesischen Kohorte 74 Prozent. Von den Patienten mit Tumoren im intermediären Risiko-Bereich lebten nach 5 Jahren noch 58 bzw. 57 Prozent. Beim Hoch-Risikobereich waren es 49 bzw. 45 Prozent.
Laut Jablons handelt es sich um die bisher größten Studien zur Molekulardiagnostik beim Lungenkrebs. Ob ein Einsatz des sicherlich nicht ganz kostengünstigen Tests im klinischen Alltag sinnvoll ist, wird davon abhängen, ob der Test neben prognostischen auch prädiktive Aussagen zulässt, meinen Yang Xie und John Minna vom Southwestern Medical Center in Dallas in seinem Kommentar.
Vom klinischem Wert ist der Test nur dann, wenn mit seiner
Hilfe Patientengruppen, bei denen eine Chemotherapie die Überlebenszeit
verlängert, von anderen Patientengruppen getrennt werden können, bei denen eine
Chemotherapie wegen einer Resistenz unwirksam oder aufgrund der guten Prognose
nach einer Resektion des Tumors unnötig ist.
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