Hochschulen

Studierende entwickeln Internetportal zu Genuntersuchungen

Montag, 30. Januar 2012

Münster – Eine Internetseite zu Genuntersuchungen haben Studierende der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) Münster entwickelt. Das Portal „openSNP“ bietet Nutzern Hilfestellung beim Umgang mit den Testergebnissen von DNA-Untersuchungen und stellt Wissenschaftlern Daten zur Verfügung, wie die WWU-Unizeitung „Wissen|Leben“ berichtet.

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Nutzer können die Daten aus DNA-Untersuchungen in dem Portal hochladen. Eine Verknüpfung mit Literaturdatenbanken ermöglicht es, den aktuellen Forschungsstand zu den eigenen DNA-Varianten nachzulesen. Das System sucht automatisch die passenden Veröffentlichungen heraus und ist dabei immer auf dem neuesten Stand.

„Wir wollen den Menschen eine komfortable Möglichkeit geben, sich selbst umfassend zu informieren“, erklärt Fabian Zimmer, der in der Arbeitsgruppe Evolutionäre Bioinformatik an der Universität Münster seine Masterarbeit schreibt. Der 24-Jährige hat das Portal gemeinsam mit Bastian Greshake entwickelt, der inzwischen seinen Master an der Universität Frankfurt macht, sowie mit Philipp Bayer, der derzeit in Australien studiert. Der Berliner Helge Rausch hat das Trio als Programmierer unterstützt.

Die Abkürzung SNP steht für den englischen Begriff „Single Nucleotide Polymorphism“. Sie bezeichnet bestimmte Variationen im Erbgut. „Es gibt rund zehn Millionen solcher SNPs in der menschlichen DNA. Von vielen weiß man inzwischen, dass sie mit bestimmten Eigenschaften wie Haar- oder Augenfarbe oder mit Erkrankungen gekoppelt sind“, so Zimmer. Trage ein Mensch eine bestimmte SNP- Variante, breche die damit zusammenhängende Erkrankung mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit bei ihm aus.

Bereits jetzt lassen sich immer mehr Menschen ihre DNA untersuchen, weil sie ihr persönliches Erkrankungsrisiko erfahren wollen. „Doch was bedeutet es, wenn man das Testergebnis bekommt und es heißt: ‚Sie werden mit 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit an Diabetes erkranken‘? Ich sehe es sehr kritisch, wenn jemand ohne weitere Informationsmöglichkeiten mit dieser Aussage umgehen muss“, sagte Zimmer.

„openSNP“ bietet neben der Literaturrecherche weitere Möglichkeiten: Die Nutzer können sich untereinander austauschen und beispielsweise ihre Erfahrungen weitergeben. Die DNA-Daten werden nach dem Wiki-Prinzip allen Nutzern zugänglich gemacht. Bei der Anmeldung besteht die Option, einen Fragebogen auszufüllen. Abgefragt werden zum Beispiel Angaben zur Haar- und Hautfarbe, aber auch, ob eine Laktose-Unverträglichkeit besteht oder eine Nikotinabhängigkeit. Diese Angaben werden mit den DNA-Daten verknüpft. Wissenschaftler können diese Daten nutzen.

Den Studierenden ist es sehr wichtig, dass jeder Nutzer sich gut überlegt, ob er seine Daten zur Verfügung stellen will. „Auch wenn eine anonyme Anmeldung möglich ist und jede Angabe zur Person freiwillig ist – es besteht immer die Möglichkeit, dass Daten missbraucht werden. Uns ist es wichtig, eine Diskussion darüber anzustoßen“, erklärte die Gruppe. © hil/aerzteblatt.de

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