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Ärzte wehren sich gegen Bürokratie

Montag, 30. Januar 2012

Berlin – Der Deutsche Hausärzteverband hat den bürokratischen Aufwand in den Hausarzt­praxen kritisiert. „Ärzte leisten neben der medizinischen Versorgung ihrer Patienten erhebliche Dokumentationsaufgaben und sind dazu noch mit einer Menge unnötiger Bürokratie belastet. Diese Zeit fehlt für den Patienten“ erklärte der Bundesvorsitzende des Verbandes, Ulrich Weigeldt in Berlin.

Er kritisierte, die Krankenkassen gäben für ihre Verwaltung etwa so viel aus, wie für die gesamte hausärztliche Versorgung ihrer Versicherten. „Von dieser einfachen Gleichung versuchen Kassenvorstände regelmäßig mit Attacken auf Ärzte abzulenken“, sagte der Hausarzt-Vorsitzende.

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Kritik an den Kassen kam auch von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Bayerns. Diese sollten „beim dringend notwendigen Bürokratieabbau aktiv mitwirken, anstatt mit unfairen Attacken gegen die niedergelassenen Ärzte von eigenen Bürokratieproblemen abzulenken“, erklärte der KV-Vorstand heute in München.

Der Spitzenverband Bund der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Spitzenverband) hatte am 26. Januar mitgeteilt, „von jedem Handwerker mit einem Jahreseinkommen von 40.000 Euro erwarten wir eine saubere Abrechnung. Dies können wir auch von Ärzten erwarten, die pro Jahr über 170.000 Euro verdienen.“ Bei der Frage, welche Dokumentationen in Arztpraxen notwendig seien, stehe für die Kassen das Patienten- und nicht das Ärzteinteresse an erster Stelle.

„Wenn ein Arzt einen Behandlungsfehler macht, ist ihm dies meist nur dann nachzuweisen, wenn es eine saubere Dokumentation gibt. Wir wollen das, damit Patienten nach einem Behandlungsfehler schnell geholfen werden kann“, so der GKV-Spitzenverband.

„Den Ärzten wird deswegen Bürokratie aufgebürdet, weil so Kassen ihren Finanzausgleich über den Morbi-RSA durchführen können“, sagte dagegen Weigeldt.

„Die KV Bayerns hat das Problem der überbordenden Bürokratie in den Praxen erkannt“, sagte Wolfgang Krombholz, Vorstandsvorsitzender der KV Bayerns. Gemeinsam mit dem Bayerischen Gesundheitsministerium habe die KV darum eine Anlaufstelle für Bürokratieabbau eingerichtet, die im November 2011 ihre Arbeit aufgenommen und bereits erste wichtige Bürokratielasten identifiziert habe. Im Augenblick erarbeite die Stelle entsprechende Verbesserungsvorschläge. 

© hil/aerzteblatt.de

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Thelber
am Mittwoch, 1. Februar 2012, 00:25

... ich glaube, mich tritt ein Pferd ...

- - - - - - - - - - - - - - - - - - Ich zitiere: - - - - - - - - - - - - - - - - - -
„Wenn ein Arzt einen Behadlungsfehler macht, ist ihm dies meist nur dann nachzuweisen, wenn es eine saubere Dokumentation gibt. Wir wollen das, damit Patienten nach einem Behandlungsfehler schnell geholfen werden kann“, so der GKV-Spitzenverband.
- - - - - - - - - - - - - - - - - - Zitatende - - - - - - - - - - - - - - - - - -
Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass ich nur dann meinen unterstellten Behandlungsfehler abwehren kann, wenn ich ausführlich dokumentiert habe !! Habe ich das nicht, so wird vor deutschen Gerichten immer der Patient Recht zugesprochen bekommen !!!

Ich kann da nur den Kopf schütteln ob so viel verdrehten Tatsachen ...
Senbuddy
am Dienstag, 31. Januar 2012, 13:56

Falsche Vorwürfe der GKVen

Zitat des Spitzenverbandes der GKVen (s.o.):

"...von jedem Handwerker mit einem Jahreseinkommen von 40.000 Euro erwarten wir eine saubere Abrechnung. Dies können wir auch von Ärzten erwarten, die pro Jahr über 170.000 Euro verdienen....".

Saubere Abrechnungen sind selbstverständlich. Bei jedem, der eine Dienstleistung erbringt. Anderes sollte niemand unterstellen.

Solche Aussagen der GKVen sollen aber den Eindruck erwecken, als wenn Ärzte gerade das nicht wollten und als wenn sie es "leichter haben wollten als andere".

Das stimmt natürlich nicht. Man möchte es nur nicht so viel schwerer haben als viele andere. Aber gerade die GKVen machen es einem viel schwerer. Abrechnungen in der Art von Handwerkerrechnungen wären ja schon ein großer Fortschritt. Jedenfalls im Vergleich zu dem von den Kassen verursachten derzeitigen Verschlüsselungs- und Abrechnungsirrsinn.

Und der "in den Raum geworfene" Wert von € 170.000,- (der mit ärztlichen Durchschnittsverdiensten ja nichts zu tun hat) soll dem gleichen Zweck dienen. Es soll "mal eben nebenbei" gezeigt werden, dass alle Ärzte ja "viel zu viel verdienen".

Man fragt sich wirklich, ob diese Leute die originären Aufgaben von Krankenkassen überhaupt noch kennen ? Solche "Sozialneid - Demagogie" hat doch nichts mehr mit den Aufgaben von Körperschaften des öffentlichen Rechtes mehr zu tun. Kann die nicht mal einer bremsen ? Die laufen ja völlig aus dem Ruder !

Man wünscht sich eine Regierung, die solche Leute mal an ihren Job erinnert.
Viele Grüße
S.
Henry I
am Montag, 30. Januar 2012, 21:02

Kassensozialismus

„Wenn ein Arzt einen Behandlungsfehler macht, ist ihm dies meist nur dann nachzuweisen, wenn es eine saubere Dokumentation gibt. Wir wollen das, damit Patienten nach einem Behandlungsfehler schnell geholfen werden kann“, so der GKV-Spitzenverband.
- Schön wäre es ja.
Den Teil des Zwangsbeitrages, den die gesetzlichen Kassen nicht für die Behandlung der Patienten ausgeben, können sie verwenden, um ihre Bürokratie - und damit ihre Hausmacht - weiter aufblähen zu können und von der Sinnlosigkeit ihrer Existenz im 21. Jahrhundert abzulenken.
Wer den Krankenkassen irgendeine Funktion ausser dem Beitragseinzug und der Abrechnung gegenüber Patienten und Leistungserbringern zubilligt, macht den Bock zum Gärtner und leistet der heutzutage üblichen antisozialen Politik Vorschub.

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