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| Ulrich Weigeldt /Gebhardt |
Er kritisierte, die Krankenkassen gäben für ihre Verwaltung etwa so viel aus, wie für die gesamte hausärztliche Versorgung ihrer Versicherten. „Von dieser einfachen Gleichung versuchen Kassenvorstände regelmäßig mit Attacken auf Ärzte abzulenken“, sagte der Hausarzt-Vorsitzende.
Kritik an den Kassen kam auch von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Bayerns. Diese sollten „beim dringend notwendigen Bürokratieabbau aktiv mitwirken, anstatt mit unfairen Attacken gegen die niedergelassenen Ärzte von eigenen Bürokratieproblemen abzulenken“, erklärte der KV-Vorstand heute in München.
Der Spitzenverband Bund der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Spitzenverband) hatte am 26. Januar mitgeteilt, „von jedem Handwerker mit einem Jahreseinkommen von 40.000 Euro erwarten wir eine saubere Abrechnung. Dies können wir auch von Ärzten erwarten, die pro Jahr über 170.000 Euro verdienen.“ Bei der Frage, welche Dokumentationen in Arztpraxen notwendig seien, stehe für die Kassen das Patienten- und nicht das Ärzteinteresse an erster Stelle.
„Wenn ein Arzt einen Behandlungsfehler macht, ist ihm dies meist nur dann nachzuweisen, wenn es eine saubere Dokumentation gibt. Wir wollen das, damit Patienten nach einem Behandlungsfehler schnell geholfen werden kann“, so der GKV-Spitzenverband.
„Den Ärzten wird deswegen Bürokratie aufgebürdet, weil so Kassen ihren Finanzausgleich über den Morbi-RSA durchführen können“, sagte dagegen Weigeldt.
„Die KV Bayerns hat das Problem der überbordenden Bürokratie
in den Praxen erkannt“, sagte Wolfgang Krombholz, Vorstandsvorsitzender der KV
Bayerns. Gemeinsam mit dem Bayerischen Gesundheitsministerium habe die KV darum
eine Anlaufstelle für Bürokratieabbau eingerichtet, die im November 2011 ihre
Arbeit aufgenommen und bereits erste wichtige Bürokratielasten identifiziert
habe. Im Augenblick erarbeite die Stelle entsprechende
Verbesserungsvorschläge.
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