Sportverband will Doping-Ärzten Zulassung entziehen
Mittwoch, 1. Februar 2012
Düsseldorf – Ärzte, denen Beihilfe beim Doping
nachgewiesen werden kann, sollen nach Ansicht des DJK-Sportverbands ihre
Zulassung verlieren. Der katholische Verband mit Sitz in Düsseldorf stellte
sich damit hinter die Forderung der Vorsitzenden des
Bundestags-Sportausschusses, Dagmar Freitag (SPD). „Die Mitwirkung eines Arztes
am Doping widerspricht dem Eid des Hippokrates beziehungsweise den elementaren Pflichten
des Arztes zum Erhalt der Gesundheit seines Patienten“, erklärte der
Anti-Dopingbeauftragte des DJK, Jörg Schmeck.
Zugleich rief der Verband dazu auf, im Kampf gegen Doping
notfalls auch auf internationale Medaillenränge zu verzichten. Auch gelte es,
die bisherige Förderpraxis zu überdenken, so DJK-Präsident Volker Monnerjahn.
„Die Bezuschussung des Leistungssports aufgrund von Medaillen und Titeln muss
kritisch hinterfragt werden.“
Anlass für die erneute Diskussion zur Verschärfung des
Kampfes gegen Doping sind die aktuellen Ermittlungen gegen den Sportmediziner
Andreas Franke, der von 2006 bis 2011 Vertragsarzt am Olympiastützpunkt in
Erfurt war. Der Sportmediziner soll jahrelang Athleten mit einer umstrittenen
Methode behandelt haben.
Dabei entnahm er den Betroffenen Blut, bestrahlte es mit UV-Licht, um es
anschließend seinen Patienten wieder zu injizieren. Der DJK-Sportverband wurde
1920 gegründet. In den bundesweit über 1.100 DJK-Vereinen sind rund 500.000
Mitglieder organisiert.
© kna/aerzteblatt.de
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