Berlin – Eine Arbeitsgruppe von Hochschulratsvorsitzenden hat Empfehlungen für die Arbeit von Hochschulräten erarbeitet. Sie fordern in einem Positionspapier, die Hochschulen nicht durch eine Entmachtung der Hochschulräte zu schwächen, denn ohne diese Räte würde die Aufsicht wieder an die Ministerien zurückfallen. Das Positionspapier wurde jetzt in Berlin auf dem Forum Hochschulräte von Stifterverband, Heinz Nixdorf Stiftung und CHE Centrum für Hochschulentwicklung diskutiert und von mehr als 40 aktiven Hochschulratsvorsitzenden verabschiedet.
Hintergrund: Der Hochschulrat, zum Teil auch als „Aufsichtsrat“ der Hochschule bezeichnet, ist ein Gremium, das meist mit Externen besetzt ist. Er hat strategische Funktion und soll die Ausrichtung der Hochschule wesentlich mitbestimmen. Die Arbeit von Hochschulräten steht seit Jahren in der Kritik. Studentenvertreter und einzelne Professoren warnen davor, Hochschulräte hebelten die Autonomie der Hochschulen aus und unterwürfen die Hochschulen den Interessen der Wirtschaft.
Zu Unrecht, sagen nun die Hochschulratsvorsitzenden. Hochschulräte verteidigten vielmehr die Hochschulautonomie. „Hochschulräte sind unabdingbare Organe einer autonomen Hochschule“, heißt es in dem Papier, das von der SPD-Politikerin Annette Fugmann-Heesing und dem ehemaligen Wissenschaftsratsvorsitzenden Winfried Schulze vorbereitet wurde.
Das Positionspapier fordert klare Entscheidungskompetenzen für den Hochschulrat, warnt aber zugleich davor, das Gremium mit operativen Aufgaben zu überlasten: „Es hat sich bewährt, die Aufgaben von Hochschulräten erstens in der strategischen Orientierung, also einer Beratung der Hochschulleitung, dem Einfordern einer Strategie und der Überprüfung der konsequenten Umsetzung derselben und zweitens in der Kontrolle der Hochschule festzusetzen“, heißt es in dem Papier. Diese Aufgaben erforderten einen Hochschulrat mit Entscheidungsbefugnissen, eine rein beratende Konstruktion sei ungeeignet.
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