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Bahr lobt Selektivverträge in Baden-Württemberg

Donnerstag, 2. Februar 2012

Stuttgart – Als „Mutter der Hausarztverträge“ und damit „Vorreiter für neue, patienten­orientierte Versorgungs­struk­turen“ hat Bundes­gesund­heits­minister Daniel Bahr (FDP) die Hausarztverträge in Baden-Württemberg bezeichnet. Das berichten die AOK, der Haus­arztverband und Medi Baden Württemberg. Die Hausarzt- und Facharztverträge in dem Bundes­­land seien Vorreiter für neue, patientenorientierte Versorgungsstrukturen, sagte Bahr gestern beim Besuch einer Hausarztpraxis in Stuttgart. „Ich wünsche mir Vielfalt und Wettbewerb um Patienten und ihre Versorgung“, so der Minister.

An dem Hausarztvertrag, den die AOK mit dem Hausärzteverband und MEDI vor mehr als drei Jahren geschlossen hat, nehmen mehr als eine Million Versicherte der AOK und mehr als 3.500 Hausärzte teil. Christopher Hermann, Vorstandschef der AOK Baden-Württemberg, kritisierte bundesweite Vorgaben, solche Verträge nur noch dann zu erlauben, wenn damit von vornherein Einsparungen erfolgten. „Dies geht an der Praxis vorbei. Auch der AOK-Hausarztvertrag ist kein Sparvertrag. Es geht vielmehr darum, die vorhandenen Mittel zielgenauer einzusetzen und so bei gleichem Aufwand die Versorgung der Versicherten zu verbessern“, sagte Hermann.

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„Erreicht wird dies unter anderem durch bessere Rahmenbedingungen und strukturiertere Behandlungswege“, erklärte Werner Baumgärtner, Vorsitzender von Medi Baden-Württemberg. Entscheidend sei die Verknüpfung des Hausarztvertrages mit Facharztverträgen nach Paragraf 73c des Fünften Sozialgesetzbuches. Sie verbessere die Zusammenarbeit zwischen Haus- und Fachärzten, Patienten blieben so unnötige Krankenhauseinweisungen oder Doppeluntersuchungen erspart. „Die effizienteren Strukturen machen sich auch für die Haus- und Fachärzte bezahlt, zum Beispiel in einem deutlich höheren, planbaren Honorar“, sagte Baumgärtner.

„Damit machen wir den Hausarztberuf besonders für junge Mediziner wieder attraktiv und treten gemeinsam mit unseren Partnern dem drohenden Hausärztemangel entgegen“, betonte Berthold Dietsche, Vorsitzender des Hausärzteverbandes Baden-Württemberg. © hil/aerzteblatt.de

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