Stuttgart – Als „Mutter der Hausarztverträge“ und damit
„Vorreiter für neue, patientenorientierte Versorgungsstrukturen“ hat
Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) die Hausarztverträge in
Baden-Württemberg bezeichnet. Das berichten die AOK, der Hausarztverband und
Medi Baden Württemberg. Die Hausarzt- und Facharztverträge in dem Bundesland
seien Vorreiter für neue, patientenorientierte Versorgungsstrukturen, sagte
Bahr gestern beim Besuch einer Hausarztpraxis in Stuttgart. „Ich wünsche mir
Vielfalt und Wettbewerb um Patienten und ihre Versorgung“, so der Minister.
An dem Hausarztvertrag, den die AOK mit dem Hausärzteverband
und MEDI vor mehr als drei Jahren geschlossen hat, nehmen mehr als eine Million
Versicherte der AOK und mehr als 3.500 Hausärzte teil. Christopher Hermann,
Vorstandschef der AOK Baden-Württemberg, kritisierte bundesweite Vorgaben,
solche Verträge nur noch dann zu erlauben, wenn damit von vornherein
Einsparungen erfolgten. „Dies geht an der Praxis vorbei. Auch der
AOK-Hausarztvertrag ist kein Sparvertrag. Es geht vielmehr darum, die
vorhandenen Mittel zielgenauer einzusetzen und so bei gleichem Aufwand die
Versorgung der Versicherten zu verbessern“, sagte Hermann.
„Erreicht wird dies unter anderem durch bessere
Rahmenbedingungen und strukturiertere Behandlungswege“, erklärte Werner
Baumgärtner, Vorsitzender von Medi Baden-Württemberg. Entscheidend sei die
Verknüpfung des Hausarztvertrages mit Facharztverträgen nach Paragraf 73c des
Fünften Sozialgesetzbuches. Sie verbessere die Zusammenarbeit zwischen Haus-
und Fachärzten, Patienten blieben so unnötige Krankenhauseinweisungen oder
Doppeluntersuchungen erspart. „Die effizienteren Strukturen machen sich auch
für die Haus- und Fachärzte bezahlt, zum Beispiel in einem deutlich höheren,
planbaren Honorar“, sagte Baumgärtner.
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