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Pflegende Angehörige geraten beruflich ins Hintertreffen

Donnerstag, 2. Februar 2012

Stuttgart – Wer Angehörige pflegt, gerät beruflich oft ins Hintertreffen. Das zeigt der „Report Familien in Baden-Württemberg“, den Familienministerin Katrin Altpeter (SPD) jetzt der Öffentlichkeit vorgestellt hat.

Danach gaben bei einer bundesweiten Befragung 86 Prozent der pflegenden Angehörigen an, dass sich Pflege und Beruf nicht gut vereinbaren lassen. 62 Prozent der befragten Personalverantwortlichen sagten, sich mit dem Thema noch nicht beschäftigt zu haben.

„Angesichts der voranschreitenden Alterung der Bevölkerung und der wachsenden Zahl von Pflegebedürftigen gewinnt die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf aber zunehmend an Bedeutung“, so Altpeter. Zwei Drittel der Pflegebedürftigen in Baden-Württemberg würden zu Hause gepflegt, überwiegend von Frauen.

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Die Zahl der Pflegebedürftigen werde nach Modellrechnungen des Statistischen Landesamtes bis 2020 um rund 25 Prozent auf etwa 300.000 Menschen steigen. Bei der Bewältigung dieser Aufgabe seien neben der Politik auch die Unternehmen gefordert. „Immer mehr Beschäftigte setzen sich der Doppelbelastung aus. Deshalb sind betriebsinterne Angebote zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege gefragt“, sagte die Ministerin.

Wichtig sei zum Beispiel, die Arbeitszeit entsprechend zu gestalten und Gleitzeit, Befreiung von Kernarbeitszeit, Möglichkeiten zur kurzfristigen Teilzeit und kurzzeitige Arbeitsunterbrechungen zuzulassen, ohne dass daraus berufliche Nachteile entstehen, erklärte die Ministerin.

© hil/aerzteblatt.de

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