EU reagiert auf Implantate-Skandal
Donnerstag, 2. Februar 2012
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| John Dalli /dapd |
Brüssel – Nach der heutigen Veröffentlichung einer „Rapid
Opinion“ zur Sicherheit von Silikon-Implantaten der Firma Poly Implant Prothèse
(PIP) hat die Europäische Kommission Konsequenzen aus dem Implantate-Skandal
angekündigt. Allerdings kommt das „Scientific Committee on Emerging and Newly
Identified Health Risks (SCENIHR)” in seiner Expertise zu dem Ergebnis, das die
Datenlage noch zu unübersichtlich und dünn sei, um sichere Voraussagen zum
gesundheitlichen Risiko der Implantate zu treffen.
Die einzelnen PIP-Implantate
unterschieden sich deutlich voneinander, deshalb sei jeder Fall individuell zu
betrachten. Die Experten empfehlen Frauen, die sich wegen möglicher
Gesundheitsrisiken sorgen, aber ausdrücklich, Kontakt zu ihrem Chirurgen
aufzunehmen.
„In der gegenwärtigen Situation hat die Gesundheit der
Patienten Priorität. Das heute veröffentlichte Gutachten fasst die aktuelle
wissenschaftliche Erkenntnis in diesem Fall zusammen. Die Kommission wird daher
mit den Mitgliedstaaten eine Reihe von Sofortmaßnahmen zur Verschärfung der
bisherigen Sicherheitskontrollen beraten“, sagte John Dalli, der für Gesundheit
und Verbraucherschutz zuständige Kommissar.
Dazu kündigte die Kommission zunächst drei Schritte an:
- eine über die Rapid Opinion hinausgehende Expertise des
SCENIHR
- eine gemeinsame Analyse mit den Mitgliedstaaten, wie die
Kontrolle von Medizinprodukten innerhalb der bestehenden Gesetze verschärft
werden kann
- einen gezielten Stresstest der bestehenden Gesetzgebung,
um eine Überarbeitung der Vorschriften vorzubereiten.
© hil/aerzteblatt.de
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