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| Frank-Walter Steinmeier /dpa |
Mannheim – Die geplante Neuregelung des Organspenderechts
verzögert sich. „Leider gibt es in fast allen Parteien Abgeordnete, die
Bedenken haben", sagte SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier dem Mannheimer Morgen vom Donnerstag. Die
Kritiker verwiesen vor allem auf den Datenschutz. Der bisherige Plan sieht vor,
dass künftig jeder Versicherte von der Krankenkasse oder dem Arzt gefragt wird,
ob er zur Organspende bereit sei. Die Bedenken richten sich laut Steinmeier
dagegen, dass diese Angaben dann auf der Gesundheitskarte dokumentiert werden
sollen.
„Für eine Mehrheit zur Gesetzesänderung müssen wir alle
noch streiten“, sagte Steinmeier. Über den fraktionsübergreifenden Antrag sei
er sich aber mit seinem Unionskollegen Volker Kauder und mit den
Gesundheitsministern der Länder weitgehend einig. Die geplante Neuregelung geht
maßgeblich auf Steinmeier zurück, der seiner Frau vor zwei Jahren eine Niere
gespendet hatte.
Bei den Fraktionen heißt es unterdessen, es werde zügig an der Reform gearbeitet. Mit Terminzusagen aber halten sich alle zurück. Auch der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, erhofft einen Durchbruch, „damit endlich Ruhe in die Debatte kommt“, sagte er. Er optiert für eine „elektronische Gesundheitskarte“, die auch eine – jederzeit änderbare Aussage – des Besitzers zur Organspende beinhaltet.
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Experten setzen dabei vor allem auf
Transplantationsbeauftragte in Krankenhäusern. Das Bundeskabinett hat bereits
im Juni 2011 einen Gesetzentwurf vorgelegt, der Kliniken verpflichtet, aktiver
an einer Organentnahme mitzuwirken. Das tun derzeit nur 40 Prozent. Das
Deutsche Krankenhaus-Institut geht in einem bisher unveröffentlichten Gutachten
davon aus, dass das Potenzial möglicher Spender deutlich geringer als
angenommen ist. Gründe seien unter anderem die Palliativmedizin und ein
verstärktes Interesse an Therapiebegrenzungen, womit viele als Spender
ausfielen.
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