![]() |
| NIA |
New York – Bisher gingen die meisten Forscher davon aus, dass der Morbus Alzheimer durch die passive Ablagerung unbeweglicher Amyloid-Proteine im Gehirn entsteht, die Demenz wäre dann gewissermaßen eine Folge der fehlenden Müllentsorgung. Eine Studie in PLoS ONE (2012; 7: e31302) deutet jetzt auf eine aktive Rolle eines anderen pathologischen Proteins in der Pathogenesen hin: Tau-Proteine scheinen sich wie Krankheitserreger von Zelle zu Zelle entlang der Nervenbahnen zu bewegen. Diese Theorie könnte neue Therapieperspektiven eröffnen.
Die ersten Veränderungen beim Morbus Alzheimer finden sich im entorhinalen Cortex. Diese Region im Temporallappen ist ein wichtiges Zentrum der Gedächtnisbildung. Von hier gibt es Verbindungen zum Neocortex und zum Hippocampus. Gerade in diesen Regionen finden sich im weiteren Verlauf der Erkrankung die typischen Veränderungen des Morbus Alzheimer.
Neuropathologen beschäftigt seit längerem die Frage, ob dies ein Zufall ist oder ob sich die Erkrankung entlang der Nervenbahnen im Gehirn ausbreitet. Bisherige Tiermodelle der Erkrankungen lieferten keine Antwort, da sie vor allem die rasche Bildung von Amyloiden zum Ziel hatten, um daran die Wirkung neuer Wirkstoffe zu erproben. Ein Medikament, das den Verlauf der Demenz aufhalten kann, ist auf diese Weise nicht entdeckt worden.
zum Thema |
Diese Beobachtung könnte neue Ansatzpunkt für die
Entwicklung von Medikamenten liefern. Viele zentralnervös aktive Medikamente
greifen an Synapsen an, und das Ziel die Übertragung von Tau-Proteinen zu
hemmen, erscheint nicht unrealistisch. Hierzu müssten die Forscher allerdings
mehr über den genauen Mechanismus wissen. Offen ist derzeit auch, ob sich die
Ergebnisse an der Maus auf den Menschen übertragen lassen.
| Versenden | Teilen |
Leserkommentare
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.