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Arzneimittelrisiken oft unterschätzt

Freitag, 3. Februar 2012

Hannover – In Deutschland sterben Schätzungen zufolge jedes Jahr mehrere zehntausend Menschen an den Folgen von Arzneimitteln. Alle acht Sekunden sei ein Patient von einem Medikationsfehler betroffen, erklärte die Krankenkasse KKH-Allianz am Freitag in Hannover. Wer fünf oder mehr Medikamente nehme, für den verdoppele sich das Risiko, innerhalb eines Jahres ins Krankenhaus zu kommen. Betroffen sind der Kasse zufolge doppelt so viele Frauen wie Männer und besonders Ältere über 65 Jahren, von denen im Schnitt jeder dritte täglich neun oder mehr Arzneimittel einnimmt.

Durch die Mehrfachmedikation kann es bei älteren Patienten beispielsweise zu Magenbluten, Stürzen oder Verwirrtheit kommen. Diese Symptome würden häufig wieder mit neuen Wirkstoffen bekämpft, so die KKH. Dadurch könne ein Teufelskreis entstehen.

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Um Patienten mit einem potenziellen Arzneimittelrisiko zu unterstützen, startete die Krankenkasse gemeinsam mit der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) ein neues Programm für ihre Versicherten. Unter bestimmten Voraussetzungen können Versicherte demnach ihre Arzneimitteltherapie kostenlos von unabhängigen Experten der MHH prüfen lassen.

Mit dem behandelnden Arzt werden dann konkrete Empfehlungen erarbeitet, um die Arzneimitteltherapie sicherer zu gestalten. Die KKH-Allianz ist eine der größten gesetzlichen Kassen mit rund 1,8 Millionen Versicherten.
© afp/aerzteblatt.de

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WiseDoc/ii
am Sonntag, 5. Februar 2012, 21:32

Katastrophisierungskette?

Da kommt man in dem Artikel von "sterben zehntausende" über "alle 8 Sekunden" zu "wer 5 oder mehr". Dann noch ein paar völlig unüberschaubare Zahlen zur Geschlechtsverteilung, den Altersgruppen, und dann noch flugs ein paar neue Zahlen zu den angeblich tatsächlich eingenommenen Medis der angeblich betroffenen Patienten.

So viele Nebelkerzen, wie hier in dem Artikel bislang geworfen wurden, nehmen JEDEM die klare Sicht auf die Fakten.

Das die genannten Entitäten dann "Symptome" (ist ein Sturz ein Symptom?) sein sollen, wäre mir so neu.

Ergo: Der Artkel ist nichts wert. Er lässt keine Handlungsleitung erkennen, außer der, die schon lange bekannt ist: Weniger ist mehr.

Der KKH Allianz (solange es diese Allianz noch gibt...) stünde es gut zu Gesicht, in den Artikeln die Fakten und die Zahlen genauer zuzuordnen.

Effektheischende und Panikerzeugende und dramatisierende Zahlenkolonnen und nebeneinander-Ordnungen sind wenig hilfreich.

Oder wüsste einer der geneigten Leser, in welcher Altersgruppen jetzt wirklich ein relevantes und v.a. zuortbares Rissiko besteht? Oder kommt es nicht vielmehr darauf an, die Korrelation per se zu beschreiben? Das ginge dann aber auch präziser und v.a. EINFACHER.

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