Berlin – Die Bundesärztekammer (BÄK) hat auf die mangelhafte medizinische Versorgung von Menschen mit Behinderung aufmerksam gemacht. Besonders beim Übergang von der Kinder- und Jugendmedizin in die Erwachsenenbehandlung trete eine „beträchtliche Versorgungslücke“ auf, so die BÄK.
„Dieses Defizit ist vor allem darauf zurückzuführen, dass Medizinstudium, Weiterbildung sowie die große Palette ärztlicher Fortbildungen auf diesem Teilgebiet kaum spezialisierte Inhalte bereitstellen“, erklärte Peter Martin, Chefarzt der Séguin-Klinik für Menschen mit schwerer geistiger Behinderung, auf dem 36. Interdisziplinären Forum „Fortschritt und Fortbildung in der Medizin“ der BÄK in Berlin. Bei erwachsenen Menschen gehe eine geistige oder mehrfache Behinderung oftmals auf eine seltene Erkrankung zurück.
Spezielle fachliche Kenntnisse seien ebenso notwendig wie bestimmte personelle, räumliche und organisatorische Voraussetzungen in ambulanten und stationären Zentren. „Darüber hinaus fehlt es an entsprechenden Forschungsdaten, um ein solides, empirisch untermauertes ärztliches Handeln in diesem Gebiet zu garantieren“, so Martin.
Der BÄK zufolge hatte bereits der Deutsche Ärztetag mehrfach
auf die Defizite in der Versorgung von Menschen mit Behinderungen hingewiesen.
Es müsse sichergestellt werden, dass Menschen mit Behinderungen eine
bedarfsgerechte medizinische Behandlung zur Verfügung steht, so die Forderung
der Ärzte.
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