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Jeder Vierte starb 2010 an Krebs

Freitag, 3. Februar 2012

Wiesbaden – In Deutschland starben 2010 insgesamt 218.889 Menschen an den Folgen einer Krebserkrankung, davon 118.202 Männer und 100.687 Frauen. Das teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar mit. Insgesamt war eine Krebserkrankung somit für ein Viertel aller 858.768 Todesfälle in Deutschland verantwortlich.

Laut Destatis war Lungen- und Bronchialkrebs wie schon in den Vorjahren mit 42.972 Fällen die am häufigsten festgestellte Krebsart mit Todesfolge. Danach folgte Brustkrebs mit 17.573 Gestorbenen. An dritter und vierter Stelle standen Krebserkrankungen des Dickdarms mit 17.161 Fällen und der Bauchspeicheldrüse mit 15.488 Fällen.

Der Statistik zufolge war nahezu ein Viertel (23 Prozent) aller an Krebs verstorbenen Personen jünger als 65 Jahre. In der Altersgruppe der 45- bis 65-Jährigen gingen 41,6 Prozent der Todesfälle auf eine Krebserkrankung zurück. In der Altersgruppe der 1- bis unter 15-Jährigen war Krebs die häufigste natürliche Todesursache, so Destatis. Demnach erlagen 192 Kinder einem Krebsleiden; das waren 16,5 Prozent aller 2010 gestorbenen Kinder dieser Altersgruppe.

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Weiterhin ergab die Statistik, dass 2010 bundesweit 1.483.992 an Krebs erkrankte Patienten im Krankenhaus vollstationär aufgenommen und entlassen wurden. 39,4 Prozent dieser Patienten waren zwischen 25 und 65 Jahre alt. Die häufigste Diagnose bei den Frauen war in 140.337 Fällen eine Krebserkrankung der Brust. Bei den Männern war der häufigste Grund für einen stationären Krankenhausaufenthalt ein Lungen- und Bronchialkrebs mit 127.567 Fällen.

Unterdessen haben Wissenschaftler aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) auf die Bedeutung von Übergewicht für das Krebsrisiko hingewiesen. „Inzwischen sind wir an einem Punkt, an dem wir die Fettleibigkeit als Krebsrisikofaktor mindestens genauso ernst nehmen müssen wie das Rauchen“, sagte DKFZ-Vorstandsvorsitzender Otmar Wiestler. Zu den Erkrankungen, bei denen ein gesicherter Zusammenhang zu Übergewicht besteht, zählen laut DKFZ Nierenkrebs, Darmkrebs, Brustkrebs nach den Wechseljahren sowie vor allem Krebs der Speiseröhre und der Gebärmutterschleimhaut.

Allerdings ist es dem Forschungszentrum zufolge schwer abzuschätzen, in welchem Umfang das Krebsrisiko durch Übergewicht steigt. Denn es gebe Hinweise darauf, dass der meist verwendete „Body Mass Index“ kein ideales Maß für gefährliche Fettleibigkeit sei. „Es spricht vieles dafür, dass vor allem das so genannte viszerale Fett zwischen den Bauchorganen eine gefährliche Rolle bei der Krebsentstehung spielt“, erklärte DKFZ-Epidemiologe Rudolf Kaaks. Davon könnten auch relativ schlanke Personen zu viel angesammelt und dadurch ein erhöhtes Krebsrisiko haben, warnt der Experte.

Der Weltkrebstag wurde 2005 ins Leben. Sein Ziel ist es vor allem, die Vorbeugung und die Möglichkeit der Früherkennung von Krebserkrankungen ins Bewusstsein zu rücken. Koordiniert wird der Aktionstag von der Union For International Cancer Control (UICC). Zahlen der UICC zufolge wird jedes Jahr bei mehr als 12,7 Millionen Menschen weltweit Krebs diagnostiziert, 7,6 Millionen Menschen sterben jährlich an der Krankheit. Nach WHO-Schätzungen werden zwischen 2005 und 2015 etwa 84 Millionen Menschen an Krebs gestorben sein.

Im Mittelpunkt des Weltkrebstages steht deshalb die Prävention: 30 bis 40 Prozent der Krebsfälle könnten verhindert, fast ebenso viele geheilt werden durch rechtzeitige Diagnose und Therapie, erklärte die UICC. Nach WHO-Angaben sind 30 Prozent der Todesfälle als Folge von Krebserkrankungen auf Übergewicht, falsche Ernährungsgewohnheiten, Alkohol- und Tabakkonsum und Bewegungsmangel zurückzuführen. © hil/aerzteblatt.de

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