Berlin – Der Bundesärztekammer (BÄK) zufolge sind mehr Studien über die Wirkung von Alternativmedizin notwendig. Die Ablehnung effektiver Therapien zu Gunsten von pseudomedizinischen Methoden ohne Wirksamkeitsnachweis könne neben psychischer oder finanzieller Ausbeutung gerade im Bereich der Onkologie unter Umständen sogar zum Tod führen, warnte Karsten Münstedt, Oberarzt am Universitätsklinikum Gießen und Marburg, auf dem 36. Interdisziplinären Forum „Fortschritt und Fortbildung in der Medizin“ der Bundesärztekammer in Berlin.
Es sei wichtig, dass auch für diesen Bereich nachvollziehbare Beweise der Wirksamkeit eingefordert würden, bevor es zu einer breiten Anwendung komme. „Hierbei ist meines Erachtens der Gesetzgeber gefordert“, sagte Münstedt.
Jann Arends von der Freiburger Klinik für Tumorbiologie ergänzte, dass es nach heutiger Kenntnis für keine der propagierten Krebsdiäten eine zuverlässig belegte günstige Wirkung gebe. Die in den letzten Jahren zunehmende Werbung für kommerzielle Anti-Krebs-Ernährungsprodukte nutze plausibel klingende pseudo-wissenschaftliche Argumente. „In aller Regel fehlt diesen Empfehlungen aber eine naturwissenschaftliche Rationale“, sagte Arends.
Wissenschaftlich
belegt sei dagegen, dass zur Tumorprävention regelmäßige körperliche Aktivität
und eine pflanzenproduktreiche Ernährung beitragen. „Bei aktiver
Tumorerkrankung sollte durchgehend die Ernährungssituation beachtet und bei
erkennbaren Defiziten früh behandelt werden, um Verluste der Körperzellmasse
gering zu halten“, so Arends.
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