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| Science |
Das Kind eines Drogensüchtigen hat Science zufolge ein achtfach erhöhtes Risiko später abhängig zu werden. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass selbst bei eineiigen Zwillingen die Gene nicht das gesamte Verhalten erklären. Um hier genetische von Umwelteinflüssen zu trennen, hat die Forscherin Karen Ersche von der Universität Cambridge 50 Geschwisterpaare untersucht.
Eines der Geschwister konsumierte Kokain oder Amphetamine, das andere aber nicht. In einer Kontrollgruppe wurden weitere 50 Personen untersucht, die keine Drogen nahmen und mit den Geschwisterpaaren nicht verwandt waren.
In einem ersten Test wurde die Selbstkontrolle untersucht. Die Teilnehmer müssen dabei die Rechts- oder Linkstaste auf dem Computer drücken, wenn sie ein entsprechendes Symbol sehen – es sei denn, sie hören gleichzeitig einen Ton. Drogenabhängige sind bei diesem Test häufig überfordert, sie lassen sich vom Ton nicht davon abhalten, die Taste zu drücken.
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Die bildgebende Untersuchungen zeigen, dass die verminderte Selbstkontrolle mit bestimmten Veränderungen der Hirnstruktur einherging: Das Putamen, das eine wichtige Rolle in der Entwicklung von Gewohnheiten hat, war bei den Drogenabhängigen – und auch bei ihren Geschwistern – größer als in der Vergleichsgruppe.
Auch im medialen temporalen Lappen gab es Unterschiede.
Dieser Abschnitt des Gehirns beeinflusst Lernen und Gedächtnis. Da die
Veränderungen bei beiden Geschwisterpaaren gefunden wurden, könnten sie auf
eine biologische Anfälligkeit auf eine Drogensucht hinweisen, folgert Ersche.
Warum allerdings der eine Geschwister der Drogensucht verfiel, der andere aber
nicht, kann die Forscherin nicht erklären.
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