Ulm/Rom – Ein multimediales E-Learning-Konzept, das nun auch kirchlichen Mitarbeitern helfen soll, in ihren Einrichtungen sexuellem Missbrauch vorzubeugen, haben Wissenschaftler der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie in Ulm erarbeitet. Sie stellen es auf einem internationalen Kongress der katholischen Kirche vom 6. bis 9. Februar 2012 in Rom vor.
Wie können Priester, Diakone oder ehrenamtliche Mitarbeiter die Risiken für möglichen sexuellen Missbrauch in ihren Einrichtungen erkennen und mindern? Wie lässt sich ein angemessenes Gespräch über einen Verdachtsfall führen? Welche Möglichkeiten gibt es, Betroffenen schnell zu helfen? Das E-Learning-Konzept umfasst zu diesen und anderen Fragen sechs Lernmodule mit Videosequenzen, Gesprächstraining, Bausteinen zur Selbstreflexion, Glossaren und Kontrolltests.
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„Die Ulmer Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie hat in den letzten Jahren ein internationales Netzwerk zu den Themenbereichen seelische Gesundheit und Kinderschutz aufgebaut“, erläuterte der Ärztliche Direktor Jörg Fegert. Die katholische Kirche nutze dieses Wissensnetzwerk jetzt, um sich weiter dem Thema des sexuellen Missbrauchs zu stellen.
Jetzt gelte es, die interaktiven Lerninhalte
auf die besondere Zielgruppe im kirchlichen Umfeld auszurichten und sie dem
weltweiten Einsatz anzupassen: „Andere Kulturen und Traditionen in aller Welt
erfordern angepasste Lerninhalte. Um sie zu entwickeln, werden wir die
Situation in verschiedenen Entwicklungs- und Schwellenländern analysieren“,
erläuterte der Direktor des Münchner Zentrums für Kinderschutz, der Ulmer
Wissenschaftler Hubert Liebhardt.
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