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Mehr FSME-Infektionen in Baden-Württemberg

Montag, 6. Februar 2012

Stuttgart – Die Zahl der regis­trierten FSME-Infek­tionen durch Zeckenbisse ist 2011 in Baden-Württemberg ange­stiegen. „Während es 2010 noch 118 Fälle waren, wurden im ver­gangenen Jahr 201 Infektionen verzeichnet", sagte heute Rainer Oehme vom Landes­gesund­heitsamt in Stuttgart. „Trotzdem sind die Zahlen insgesamt gesehen gering“, sagte er.

Verantwortlich für das Plus bei den Infektionen sei gutes Wetter. „Je mehr die Leute draußen sind, umso eher holen sie sich einen Zeckenbiss ab“, sagte Oehme. Kennzeichnend dafür sei das wettermäßig schöne Jahr 2006 gewesen, als in Baden-Württemberg 281 FSME-Fälle registriert wurden. Impfen lassen sollten sich gegen die Frühsommer-Meningo­enzephalitis (FSME) Menschen, die sich viel im Freien abseits der öffentlichen Wege aufhielten, wie Förster, Beeren- oder Pilzesucher. „Für die kommende Saison ist jetzt der richtige Zeitpunkt“, sagte er.

„Die meisten FSME-Infektionen werden gar nicht bemerkt“, sagte Oehme, der im Referat Hygiene und Infektionsschutz arbeitet. Für Personen, die auf normalen Waldwegen spazieren gingen, sei die Gefahr eines Zeckenstichs eher gering, betonte der Wissenschaftler. „Grundsätzlich ist die Impfung mit einem Nebenwirkungsrisiko von 1:1 Million sehr gut verträglich und decke alle Virenstämme ab.“ In Baden-Württemberg seien 0,5 bis 3 Prozent der Zecken mit FSME infiziert.

Es müsse davon ausgegangen werden, dass die Zahl der tatsächlichen Infektionen bis zu 100 Mal höher lägen als die registrierten Fälle. Von diesen verliefen 10 bis 30 Prozent mit Komplikationen. „Je älter der Patient, umso schwieriger kann es werden", sagte Oehme.

Die Gefahr, nach einem Zeckenbiss an Lyme-Borreliose zu erkranken, sei deutlich höher. „Die Infektion von Zecken mit dem Borrelia-Bakterium hat seit Beginn der Untersuchungen Anfang der 1990er Jahre von 15 Prozent auf 20 Prozent im Jahr 2009 zugenommen“, sagte der Experte. Hier kann nicht mit einer Impfung vorgebeugt werden. Die Infektionskrankheit, die speziell das Nervensystem und die Gelenke befällt, wird mit Antibiotika behandelt. © hil/aerzteblatt.de

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