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Schlaganfall: Thrombektomie mit neuem Katheter effektiver

Montag, 6. Februar 2012

Los Angeles – Eine US-Studie zur Thrombektomie beim ischämischen Schlaganfall wurde vorzeitig beendet, da das eingesetzte neue Kathetermodell die Ergebnisse eines von FDA zugelassenen älteren Modells deutlich übertraf. Die Daten wurden auf der International Stroke Conference in New Orleans vorgestellt.

Viele Thromben, die einen ischämischen Schlaganfall auslösen, befinden sich in der Reichweite von Kathetern, die interventionelle Radiologen heute von der Leistenarterie aus bis in die Hirngefäße vorschieben.

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Eine der ersten Katheter war der 2004 von der FDA zugelassene Merci Retriever, der sich korkenzieherartig in den Thrombus bohrt, um ihn dann beim Rückzug zu bergen. Einen anderen Ansatz verfolgt die Solitaire FR Revascularization Device des US-Herstellers ev3 Neurovascular aus Irvine/Kalifornien.

Der Katheter, der ursprünglich zur Behandlung von Hirnaneurysmen entwickelt wurde, ähnelt einem Stent, wie er in der Therapie des Herzinfarktes eingesetzt wird. Er wird über einen Führungsdraht in den frischen Thrombus geschoben und dann entfaltet. Im Unterschied zum Kardio-Stent wird „Solitaire“ nach der Expansion zusammen mit dem Thrombus aus dem Gefäß herausgezogen.

Dieser Ansatz hat in der „Solitaire With the Intention for Thrombectomy“ oder SWIFT-Studie bemerkenswerte Ergebnisse erzielt. An der Studie wurden Patienten eingeschlossen, bei denen eine Thrombolyse mit tPA misslungen oder nicht möglich war. Außerdem musste eine Angiographie den Thrombus in Reichweite der beiden Katheter lokalisiert haben.

Ursprünglich sollten 200 Patienten an der Studie teilnehmen. Die SWIFT-Studie wurde aber nach 113 Patienten abgebrochen, da eine Zwischenauswertung einen deutlichen Vorteil von Solitaire ergab, wie das Team um Jeffrey Saver von der Geffen School of Medicine in Los Angeles mitteilen.

Die Thrombolyse mit Solitaire war in 67 Prozent der Fälle erfolgreich gegenüber 24 Prozent der Fälle mit dem Merci Retriever, ein signifikanter Unterschied. Bei keiner der Interventionen mit dem Solitaire-Katheter soll es zu schweren Komplikationen gekommen sein, und nach drei Monaten war die Zahl der überlebenden Patienten mit 38,2 versus 17,2 Prozent deutlich höher.

Der Hersteller Covidien dürfte damit gute Chancen haben, in den USA eine Zulassung zu erhalten. In Europa, wo die Einführungsschwelle für Medizinprodukte niedriger ist, ist Solitaire bereits im Einsatz. Verschiedene deutsche Zentren (Stuttgart, Essen, Homburg/Saar, Bonn, Heidelberg) haben, nach ihren Publikationen zu urteilen, überwiegend positive Erfahrungen mit dem Katheter gesammelt.

© rme/aerzteblatt.de

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