Berlin – Die AOK Baden-Württemberg hat noch nicht entschieden, ob und wann ein Modellvorhaben zur besseren Versorgung von älteren Menschen in Pflegeheimen auf das ganze Bundesland ausgedehnt wird. Das erklärte ein Sprecher der Krankenkasse auf Nachfrage.
Erst wenn Erkenntnisse aus dem Modell gezogen seien, werde man darüber entscheiden. Noch könne man auch nicht bilanzieren, ob sich durch das Modell die Kosten für Krankentransporte von Pflegeheimbewohnern beziehungsweise die Kosten für zwischenzeitliche Krankenhausaufenthalte verringert hätten.
Die AOK Baden-Württemberg hatte vor einem Jahr ergänzend zu ihrem Hausarztvertrag mit der Hausärztlichen Vertragsgemeinschaft und Medi einen „Integrierten Versorgungsvertrag Pflegeheim“ geschlossen. Er soll helfen, die ambulante Betreuung von Pflegeheimbewohnern zu verbessern.
Derzeit wird er von drei Pflegeheimträgern in den Regionen Stuttgart und Esslingen umgesetzt, und zwar von der Evangelischen Heimstiftung, dem Eigenbetrieb leben & wohnen der Landeshauptstadt Stuttgart und den Städtischen Pflegeheimen Esslingen am Neckar. Zum Jahresanfang nahmen circa 30 Hausärzte und rund 100 Heimbewohner teil.
Bei Vertragsabschluss am 2. Februar 2011 hatte der Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg, Christopher Hermann, betont, man wolle vermeidbare Krankenfahrten und Klinikaufenthalte reduzieren. Allein in den ersten neun Monaten des Jahres 2010 habe die AOK rund 140 Millionen Euro für Krankenhausbehandlungen von Pflegeheimbewohnern ausgegeben, hatte Hermann damals vorgerechnet.
Versicherte, die sich in den Modellvertrag Pflegeheim einschreiben, sollen
mindestens alle 14 Tage Besuch von ihrem Hausarzt bekommen. Dann ist auch eine
Pflegekraft anwesend, die den betreffenden Heimbewohner kennt. Die Heime
organisieren regelmäßig Fallbesprechungen mit den Ärzten, die wiederum einen
Vertretungs- und Bereitschaftsdienst untereinander organisieren. Pro
Versichertem und Quartal erhalten Hausärzte laut AOK durchschnittlich 80 Euro.
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