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Ärztekammer lehnt Bonizahlungen an Chefärzte ab

Dienstag, 7. Februar 2012

Berlin – Die Bundesärztekammer (BÄK) hält ökonomisch motivierte Bonuszahlungen an Chefärzte für „höchst bedenklich“. „Ärztliche Arbeit darf nicht vorrangig von wirtschaftlichen Kriterien geleitet werden“, forderte Kammerpräsident Frank Ulrich Montgomery.

Zuvor hatten unterschiedliche Medien über eine Studie der Unternehmensberatung Kienbaum berichtet, wonach immer mehr Chefärzte Bonuszahlungen für das Erreichen finanzieller Ziele erhalten. Laut Kienbaum sei die Vereinbarung von Boni seit 1995 von rund fünf auf inzwischen fast 45 Prozent der Neuverträge gestiegen.

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Die Bundesärztekammer habe in einer gemeinsamen Stellungnahme mit dem Verband der leitenden Krankenhausärzte Deutschlands sowie dem Marburger Bund die in Vertragsmustern der Deutschen Krankenhausgesellschaft vorgesehenen Empfehlungen für erfolgsabhängige Boni-Zahlungen bereits 2002 strikt abgelehnt.

„Eine Anbindung der Chefarztvergütung an vorrangig ökonomisch ausgerichtete Zielkriterien birgt enorme Risiken für die Patientenversorgung“, warnte der BÄK-Chef. Zudem widerspreche die Koppelung ärztlich-medizinischer Gesichtspunkte und ökonomischer Erwägungen dem ärztlichen Berufsethos. © hil/aerzteblatt.de

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47elf
am Dienstag, 28. Februar 2012, 16:26

Was ist mit den Freiberuflern?

Wenn die BÄK (berechtigte) moralische Zweifel an Bonuszahlungen in Kliniken hat, müsste sie sich aber im Zuge der Gleichberechtigung auch an der Tätigkeit der Freiberufler stören, denn ein Praxisinhaber steht auch oft vor der Entscheidung, betriebswirtschaftliche Aspekte in medizinische Entscheidungen einfließen zu lassen, nicht anders also als ein Chefarzt mit Bonuszahlungen.
j.g.
am Dienstag, 7. Februar 2012, 22:57

Bezahlung nach Provision?!

Es gibt Branchen, die kann man nicht nach Umsatz bezahlen; dazu gehören nicht nur die Feuerwehr, die Polizei, die Rettungsdienste, die Kirchen etc sondern auch die Klinik-Ärzte. Da bleibt die vielbeschworene Ethik auf der Strecke. Andererseits, wenn dann einmal unverhofft Umsätze gemacht werden können - siehe EHEC-Drama - dann wird gejault, es sei kein Geld da. Die Sicherung eines Versorgungsauftrags kann nun einmal nicht unter Rentabilitätsgesichtspunkten erfolgen.
stapff
am Dienstag, 7. Februar 2012, 20:32

Leistungsabhängige Vergütung: Ja - Aber für die richtigen Ziele!

Es ist natürlich an der Zeit, daß auch in den Chefetagen der Krankenhäuser eine leistungsabhängige Vergütung Einzug hält, nur müssen die Metrics stimmen. Da es ärztliche Aufgabe ist, die Gesundheit wiederherzustellen bzw. zu erhalten muessen die Messparameter vorwiegend gesundheitsbezogen sein, z.B. Komplikationsrate, Wiederaufnahmen, Heilungsraten.
Natürlich kann man argumentieren, daß der Arzt Heilungsziele mit den verfügbaren Ressourcen erreichen muß. Dies gilt in Lambarene und im Katastrophenfall genauso wie im Routinebetrieb eines modernen Klinikums. Doch die finanziellen Daten alleine können nicht der Massstab ärztlichen Handelns sein, sondern der effiziente Umgang mit den Ressourcen (weil wir die ja auch für andere Patienten brauchen).
Effizienz = Produktivität = Gesundheitsziele geteilt durch Ressourcenverbrauch !

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