![]() |
| dpa |
Nach Ansicht der Deutschen Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie (DGGPP) trage hierzulande vor allem das Nebeneinander von Kranken- und Pflegekassen dazu bei, dass Demenzkranke, gemessen an internationalen Standards, nicht angemessen behandelt würden. Solange die Politik die Alzheimer-Krankheit jedoch als primär pflegerisches Problem betrachtet, werde die Trennung bestehen bleiben, so die Befürchtung der Alterspsychiater.
„Demenzerkrankungen sind für die Krankenkassen kein großer Kostenfaktor", verwies DGGPP-Präsident Hans Gutzmann. Das bestehende System fördere weder frühzeitige Diagnosen noch umfassende medikamentöse und nichtmedikamentöse Behandlungen der Krankheit. „Deshalb bleibt das medizinisch Notwendige und volkswirtschaftlich Sinnvolle ungetan“, warnte der Verbandschef.
Das mache Pflege teurer und belaste die pflegenden Angehörigen körperlich, seelisch und finanziell über die Maßen. Vor diesem Hintergrund forderte die DGGPP die Politik erneut auf, Demenzen in den Morbi-RSA aufzunehmen.
Darüber hinaus sind angehende Pflegefachkräfte nur unzureichend in der Demenzbetreuung ausgebildet. Wie eine Studie der Universität Bremen ermittelte, fühlt sich der Großteil der Auszubildenden im Umgang mit an Demenz erkrankten Patienten überfordert.
aerzteblatt.de |
Besser gerüstet sind der Studie zufolge die
Altenpflegeschulen. Sie verfügten über vielfältige Ansätze und
Trainingsmöglichkeiten zur pflegerischen Versorgung demenzkranker Menschen. In
Deutschland gelten rund 1,2 Millionen Menschen als demenzkrank. Ungefähr 60
Prozent davon haben Alzheimer.
| Versenden | Teilen |
Leserkommentare
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.