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Unzureichende Behandlungs- und Versorgungsqualität von Demenzkranken angeprangert

Dienstag, 7. Februar 2012

Wiehl – Experten haben die unzureichende Behandlungs- und Versorgungqualität von Demenzkranken in Deutschland kritisiert. Schuld daran seien sowohl suboptimale Versorgungs­strukturen als auch die mangelnde Ausbildung im Umgang mit Betroffenen.  

Nach Ansicht der Deutschen Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie  (DGGPP) trage hierzulande vor allem das Nebeneinander von Kranken- und Pflegekassen dazu bei, dass Demenzkranke, gemessen an internationalen Standards, nicht angemessen behandelt würden. Solange die Politik die Alzheimer-Krankheit jedoch als primär pflegerisches Problem betrachtet, werde die Trennung bestehen bleiben, so die Befürchtung der Alterspsychiater.

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„Demenzerkrankungen sind für die Krankenkassen kein großer Kostenfaktor", verwies DGGPP-Präsident Hans Gutzmann. Das bestehende System fördere weder frühzeitige Diagnosen noch umfassende medikamentöse und nichtmedikamentöse Behandlungen der Krankheit. „Deshalb bleibt das medizinisch Notwendige und volkswirtschaftlich Sinnvolle ungetan“, warnte der Verbandschef.

Das mache Pflege teurer und belaste die pflegenden Angehörigen körperlich, seelisch und finanziell über die Maßen. Vor diesem Hintergrund forderte die DGGPP die Politik erneut auf, Demenzen in den Morbi-RSA aufzunehmen.

Darüber hinaus sind angehende Pflegefachkräfte nur unzureichend in der Demenzbetreuung  ausgebildet. Wie eine Studie der Universität Bremen ermittelte, fühlt sich der Großteil der Auszubildenden im Umgang mit an Demenz erkrankten Patienten überfordert.

Demnach müssen zwar drei Viertel der Auszubildenden im Gesundheits- und Krankenpflegebereich Demenzkranke im Krankenhaus betreuen, doch nur knapp ein Viertel davon glaubt, dass ihre Kompetenzen dafür ausreichen. Fast zwei Drittel tun sich schwer, die Bedürfnisse der Kranken zu erkennen. Gut die Hälfte der Auszubildenden fühlt sich zudem im Umgang mit den Angehörigen schlecht vorbereitet.

Besser gerüstet sind der Studie zufolge die Altenpflegeschulen. Sie verfügten über vielfältige Ansätze und Trainingsmöglichkeiten zur pflegerischen Versorgung demenzkranker Menschen. In Deutschland gelten rund 1,2 Millionen Menschen als demenzkrank. Ungefähr 60 Prozent davon haben Alzheimer. © hil/aerzteblatt.de

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