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Exemestan: Osteoporoserisiko bei präventiver Therapie

Dienstag, 7. Februar 2012

Toronto – Seit der Veröffentlichung der MAP.3-Studie im letzten Jahr ist der Aromatase-Hemmer Exemestan als Medikament zur Prävention des Mammakarzinoms in der Diskussion. Eine Subgruppen-Analyse in Lancet Oncology (2012; doi: 10.1016/S1470-2045(11)70389-8) zeigt jetzt aber, dass die Anwendung schon nach zwei Jahren mit einer Verminderung der Knochendichte einhergeht.

Der Aromatase-Hemmer Exemestan hemmt die Synthese von Östrogenen, die das Wachstum (und vielleicht auch die Entwicklung) des Mammakarzinoms fördern. Das Mittel, das derzeit vor allem in der adjuvanten Therapie – meistens nach 2 bis 3 Jahren Initialtherapie mit Tamoxifen – eingesetzt wird, ist deshalb auch als Medikament zur Prävention des Mammakarzinoms in der Diskussion. Die im letzten Jahr publizierten Ergebnisse der Mammary Prevention 3 oder MAP.3-Studie haben hierfür gute Argumente geliefert: Bei Frauen mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko senkte Exemestan die Inzidenz eines invasiven Mammakarzinoms um 65 Prozent.

Auch wenn der Unterschied in der absoluten Inzidenzrate (0,19 vs. 0,55 Prozent pro Jahr) weniger überzeugend wirkt, machte die MAP.3-Studie den präventiven Einsatz zu einer Option (die allerdings mangels Zulassung in den meisten Ländern und auch in Deutschland „off-label“ ist). Die MAP.3-Studie attestierte Exemestan zudem eine gute Verträglichkeit.

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Die klimakterischen Nebenwirkungen, die die Popularität von Tamoxifen oder Raloxifen mindern (beide Medikamente haben in Studien ebenfalls effektiv einem Brustkrebs vorgebeugt), treten unter Exemestan vergleichsweise selten auf. Die Autoren der Originalpublikation konnten auch kein erhöhtes Knochenbruchrisiko nachweisen (NEJM 2011; 364: 2381-91), wie es für den Einsatz von Exemestan in der adjuvanten Therapie dokumentiert ist und in den Fachinformationen erwähnt wird.

Es ist aber nicht plausibel, dass Exemestan im präventiven Einsatz sicherer sein soll als in der adjuvanten Therapie, zumal die Tagesdosis dieselbe und die Therapiedauer länger ist. Deshalb dürften die Ergebnisse einer Subgruppenanalyse, die Angela Cheung vom University Health Network in Toronto und Mitarbeiter jetzt vorstellen, Experten nicht überraschen.

Die Gruppe hat eine repräsentative Stichprobe von 351 der 4.569 Teilnehmerinnen der MAP.3-Studie nach 2 Jahren Therapie (oder Placebo) untersucht. Sie kann zwar (noch) kein erhöhtes Frakturrisiko nachweisen. Die Knochendichtemessungen an distalem Radius und der distalen Tibia mit der Dual-Röntgen-Absorptiometrie (DXA) und einer hoch auflösenden quantitativen Computertomographie (CT) zeigen jedoch einen dreifach beschleunigten Abbau der Knochenmasse.

In der DXA-Untersuchung ging die Knochendichte im Femurhals im Exemestan-Arm um 2,4 Prozent zurück, im Placebo-Arm dagegen nur (altersbedingt) um 0,8 Prozent. In der CT-Messung verloren die Frauen im Exemestan-Arm im distalen Radius 6,1 Prozent gegenüber einem Verlust um 1,8 Prozent im Placebo-Arm. Diese Ergebnisse müssen laut Cheung in Relation zu den Vorteilen der Brustkrebsprävention gesehen werden.

Cheung steht der Prävention weniger skeptisch gegenüber als die Editorialistin Jane Cauley von der Universität Pittsburgh, die findet, dass die Indikation zur Brustkrebsprävention nicht zu leichtfertig gestellt werden darf. Dies dürfte derzeit vor allem dadurch verhindert werden, dass die Frauen (auch in Deutschland) die Kosten selbst tragen müssen. © rme/aerzteblatt.de

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