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| dpa |
Weltweit 3,3 Millionen Kinder sterben innerhalb der ersten vier Lebenswochen. Davon entfallen mehr als 99 Prozent auf Länder mit niedrigem Einkommen, in denen die Frauen in der Regel zuhause und unter schlechten hygienischen Verhältnissen gebären. Infektionen sind die wichtigste Todesursache und das abgeschnittene Ende der Nabelschnur oder die Wunde am Bauchnabel sind die wichtigsten Eintrittspforten der Erreger.
Vor fünf Jahren hatten Forscher der Bloomberg School of Public Health in Boston in einer Studie in Nepal gezeigt, dass die Desinfektion mit 4 Prozent Chlorhexidin die Rate der Omphalitiden im Vergleich zu einer trockenen Wundversorgung um 75 Prozent senkt. Auch die neonatale Sterblichkeit sank signifikant um 33 Prozent, wenn die Behandlung innerhalb der ersten 24 Stunden nach der Geburt durchgeführt wurde (Lancet 2006; 367: 910-918).
Jetzt liegen die Ergebnisse von zwei größeren Folgestudien vor, in denen untersucht wurde, ob die Ausweitung der Nabeldesinfektion die Ergebnisse weiter verbessern kann. Shams El Arifeen vom International Centre for Diarrhoeal Disease Research, Bangladesh (ICDDR,B) in Dhaka und Mitarbeiter haben die einmalige Desinfektion der Nabelwunde mit einer mehrmaligen Anwendung in den ersten sieben Tagen untersucht (Lancet 2012; doi: 10.1016/S0140-6736(11)61848-5).
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In der zweiten Studie können Sajid Soofi von der Aga Khan Universität in Karachi und Mitarbeiter zeigen, dass die Anwendung von 4 Prozent Chlorhexidin die neonatale Sterblichkeit besser senkt als tägliche Waschungen mit Seife (Lancet 2012 DOI:10.1016/S0140-6736(11)61877-1). Gegenüber einer trockenen Wundbehandlung war die neonatale Sterblichkeit um 38 Prozent niedriger (RR 0,62; 0,45-0,85).
Die Besonderheit dieser Studie war die Einbindung der vor Ort
tätigen Hebammen, was die flächendeckende Umsetzung dieser einfachen und
kostengünstigen Prophylaxe erleichtern könnte, wie der Osrin anmerkt. An den
Vorteilen der Desinfektion könne es nach drei erfolgreichen Tests in Nepal,
Pakistan und Bangladesh keinen Zweifel geben.
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