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Bisphosphonate: Absetzen vermeidet erneute atypische Frakturen

Mittwoch, 8. Februar 2012

Oakland – Nach einer atypischen Femurfraktur, einer derzeit viel diskutierten möglichen Nebenwirkung von Bisphosphonaten, sinkt das Risiko einer erneuten Fraktur, wenn diese Medikamente abgesetzt werden. Dies geht aus einer Auswertung von Patientendaten des Krankenversicherers Kaiser Permanente hervor, die auf der Jahrestagung der American Academy of Orthopaedic Surgeons in San Francisco vorgestellt wurde.

Der US-Arzneibehörde FDA liegen seit 2008 Berichte über Patienten vor, die unter einer langjährigen Behandlung mit Bisphosphonaten ungewöhnliche („atypische“) Frakturen im Femurschaft erlitten. Die Knochenbrüche treten ohne ein erkennbares Trauma auf und kündigen sich nicht selten durch Schmerzen in den Tagen davor an.

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Mehrere Studien haben die Assoziation bestätigt. Die US-Arzneibehörde FDA hat im März 2010 eine Sicherheitsprüfung begonnen, die aber bisher nicht zu einem abschließenden Ergebnis gekommen ist. Im Oktober 2011 meldete die Aufsichtsbehörde, dass sie keinen sicheren Zusammenhang sehe.

Der Orthopäde Richard Dell von der Forschungsabteilung der in Oakland ansässigen Kaiser Permanente hat jetzt die Krankendaten von 126 Patienten ausgewertet, die eine atypische Fraktur erlitten. Da der Zusammenhang mit der Einnahme nicht erwiesen ist, entschieden sich einige Ärzte, die Therapie mit dem Bisphosphonat fortzusetzen.

Von den Patienten erlitt jeder zweite (53,9 Prozent) in den folgenden Jahren eine atypische Fraktur des anderen Femurs. Bei den Patienten, die das Medikament nach der ersten Fraktur abgesetzt hatten, betrug der Anteil nur 19,3 Prozent. Laut Dell senkt das Absetzen dss Medikaments das Risiko auf eine zweite atypische Fraktur im ersten Jahr um zwei Drittel (65,6 Prozent).

Dell führt das erhöhte Frakturrisiko unter Bisphosphonaten, das die FDA – wie erwähnt – nicht für erwiesen hält, auf ein „Remodeling“ des Knochens zurück. Der gesteigerte Umbau, der einen Anstieg der Knochenmineraldichte zum Ziel hat, könnte zur Entwicklung eines zerbrechlichen Knochens führen, befürchtet der Wissenschaftler.
© rme/aerzteblatt.de

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