Bestürzung über ambulante Sterbehilfe in den Niederlanden
Donnerstag, 9. Februar 2012
Berlin –Die deutsche Hospizbewegung zeigt sich bestürzt über
die Ausweitung der ambulanten Sterbehilfe in den Niederlanden. „Menschen müssen
auf eine menschenwürdige Begleitung und Betreuung vertrauen können“, erklärte
die Vorstandsvorsitzende des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands (DHPV),
Birgit Weihrauch, heute in Berlin.
Sie reagierte damit auf Berichte, nach denen ab März sechs
ambulante Spezialistenteams in den Niederlanden Sterbehilfe leisten sollen. Wie
die „Niederländische Vereinigung für ein freiwilliges Lebensende“ (NVVE)
mitteilte, sollen die jeweils aus einem Arzt und einem Krankenpfleger
bestehenden Teams Betroffene zu Hause aufsuchen und dort die lebensbeendenden
Maßnahmen durchführen. Grund für die Einführung der ambulanten Teams sei, dass
immer wieder Menschen, die Sterbehilfe wünschten, Schwierigkeiten hätten, einen
dazu bereiten Arzt zu finden.
Weihrauch betonte dazu, schwerstkranken und sterbenden
Menschen helfe nicht eine immer besser organisierte Sterbehilfe, sondern nur
eine fürsorgliche und kompetente Betreuung und Begleitung. „Wenn Menschen in
ihrer Verzweiflung um Hilfe zum Sterben bitten, so resultiert dies vielfach
daraus, dass sie allein gelassen und nicht ausreichend hospizlich und palliativ
versorgt werden.“
Der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband ist ein
Dachverband von mehr als 1.000 Hospizvereinen und Palliativeinrichtungen mit
inzwischen rund 80.000 Ehrenamtlichen und zahlreichen hauptamtlich Engagierten. © kna/aerzteblatt.de
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