Baden-Württemberg geht neue Wege in der Versorgung
Donnerstag, 9. Februar 2012
Stuttgart –Die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen
Vereinigung (KV) Baden-Württemberg hat den Weg für das Projekt „RegioPraxisBW“
frei gemacht und die entsprechenden Richtlinien zur finanziellen Förderung des
Projektes genehmigt.
Die RegioPraxisBW ist ein von der KV entwickeltes Modell,
mit dem sie die ambulante ärztliche Versorgung, vor allen Dingen in ländlichen
Regionen, künftig sicherstellen will. Das Konzept sieht hausärztlich
orientierte Ärztezentren in unterversorgten oder mittelfristig von
Unterversorgung bedrohten Gebieten vor.
„Wir haben damit ein Angebot
entwickelt, mit dem wir auf die Bedürfnisse der jungen Mediziner eingehen“,
sagte KV-Vorstand Norbert Metke. „Vor allem Frauen finden hier ideale
Arbeitsbedingungen, da etwa eine Teilzeittätigkeit möglich ist und in
Kooperationsformen gearbeitet werden kann,“ betonte der stellvertretende
Vorsitzende der KV, Johannes Fechner.
Die Förderung setzt sich aus mehreren Elementen zusammen
und beinhaltet eine Gründungspauschale in Höhe von 25.000 Euro je zugelassenem
Hausarzt, maximal jedoch 100.000 Euro, oder hilfsweise für die Errichtung einer
Nebenbetriebsstätte bis 20.000 Euro je beteiligter Praxis. Ergänzt wird die
Förderung durch eine Strukturpauschale in Höhe von 3.000 Euro je
Abrechnungsquartal sowie noch einmal 3.000 Euro bei der Beschäftigung von
mindestens einem angestellten Arzt für zunächst drei Jahre.
„Die Mittel für die finanzielle Förderung zur
Verbesserung der Patientenversorgung werden derzeit von den Ärzten selbst, also
aus ihrem erarbeiteten Einkommen, zur Verfügung gestellt“, sagte Metke, Er
betonte, die für 2012 vorgesehene Etablierung zweier RegioPraxen in
Baden-Württemberg sei daher ausschließlich ein Modell, das den politisch
Verantwortlichen zeige, wie Rahmenbedingungen aussehen könnten, damit Ärzte
wieder auf das Land gingen.
„Über diese Modelle hinaus werden wir als Ärzte
allein nicht in der Lage sein, bei Versorgungsengpässen weitere RegioPraxen zu
etablieren. Hilfen der Krankenkassen, der Kommunen und des Landes werden
erforderlich sein“, sagte der KV-Vorsitzende.
© hil/aerzteblatt.de
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