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Cannabis verdoppelt Risiko von Verkehrsunfällen

Freitag, 10. Februar 2012

Halifax – Cannabis-Rauchen setzt die Verkehrstüchtigkeit herab. In den ersten drei Stunden nach dem Konsum ist das Risiko von Verkehrsunfällen verdoppelt. Dies ergab eine Meta-Analyse im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2012; 344: e536).

Viele Cannabiskonsumenten unterschätzen, dass die Droge ihre kognitiven und motorischen Fähigkeiten zur sicheren Teilnahme am Straßenverkehr herabsetzt. In Kanada, wo jeder zehnte Einwohner die Droge im vorausgehenden Jahr schon einmal konsumiert hat (bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen jeder dritte), geben immerhin 4 Prozent an, sie würden sich eine Stunde nach dem Konsum bedenkenlos hinters Steuer setzen. Dies veranlasste Mark Asbridge von der Dalhousie University in Halifax zu einer systematischen Auswertung der publizierten Literatur.

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Auf der Basis von neun Studien mit fast 50.000 Personen ermittelt der Epidemiologe für die ersten drei Stunden nach dem Cannabiskonsum ein um 92 Prozent erhöhtes Risiko auf einen Verkehrsunfall (Odds Ratio 1,92; 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,35-2,73). Mit einer Odds Ratio von 2,10 (1,31-3,36) war die Gefahr eines tödlichen Unfalls noch etwas höher.

Zum Vergleich: Eine Alkoholkonzentration von 0,8 Promille erhöhte in einer von Asbridge zitierten Studie das Risiko auf einen Verkehrsunfall um den Faktor 2,69, wobei das Risiko bei jüngeren Fahrern deutlich höher ist. Die meisten Studien legten den Grenzwert für den aktiven Wirkstoff THC bei 1 ng/ml THC fest, in einer Studie betrug er 2 ng/ml. © rme/aerzteblatt.de

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mediko
am Montag, 12. März 2012, 13:27

@ Dr. D. Schmidt: "Serioser ..." - ja, bitte auch die Studien und die Kommentare

Gequirlte ... ! Erst mal brauchen wir seriösere Studien, und dann sicher auch eine adäquate Berichterstattung, schon richtig. Aber WIESO bitte "gilt es den Deutschen Hanfverband zu unterstützen"???
Psychotrope Drogen sollten - egal in welcher Konzentration - beim Autofahren grundsätzlich verboten sein. Könnte man sich endlich mal auf Alkohol 0-Promille einigen, dann gäbe es auch nicht solche schwachsinnigen Diskussionen um Cannabis und ggf. jede neue Droge. Stoffe, die das Bewusstsein, die Konzentrationsfähigkeit und das Reaktionsvermögen einschränken, gehören nicht in den Straßenverkehr, aller "Grenzwerte" sind da äußerst fragwürdig!
Dr.D.Schmidt
am Freitag, 9. März 2012, 12:40

Seriöserer Journalismus bitte!

Liebes Ärzteblatt,
ich möchte einige Anmerkungen machen.
Zu erst möchte ich den Titel kritisieren, der doch etwas reißerisch ist oder?
Er erweckt einen komplett falschen Eindruck, obwohl er im Artikel durch den Vergleich mit Alkohol doch wieder widerlegt wird.
Die meisten Studien besagen zum Glück nicht, dass eine Gefährdung ab einer Blutkonzentration von THC bei 1-2ng/ml besteht. Die Grenze ist eher bei 5-15ng/ml anzusetzen um ein Äquivalent zu den 500ppm Blutalkoholkonzentration in der Gesetzgebung zu haben. Auch in dieser Studie wird erwähnt, dass eine Gefährdung erst ab 7-10ng/ml zu erwarten ist.
http://www.bast.de/nn_42718/DE/Publikationen/Berichte/unterreihe-m/2003-2000/m132.html
http://de.wikinews.org/wiki/Studie:_Fahren_unter_Alkoholeinfluss_riskanter_als_nach_Cannabiskonsum
http://www.psychologie.uni-wuerzburg.de/methoden/texte/projektdarstellungen/gutachten_cannabis.pdf

Es sollte also klar gestellt werden, dass in der Studie nur erfasst wurde, dass die Probanden eine Konzentration über 1ng/ml hatten. Es wurde nicht festgestellt, wie hoch er wirklich war bzw. es wurde nicht in das Verhältnis gesetzt. Es kann also sein, dass jeder Proband bei 10ng/ml lag oder höher und eben in dem 3-6h Intervall des akuten Rausches. Ich möchte noch Anmerken, dass es bis zu 72h dauern kann, bis der Grenzwert von 1ng/ml THC unterschritten wird. Die akute Wirkung lässt aber schon nach maximal 8h nach!
Mit diesem Kommentar möchte ich darauf aufmerksam machen, dass es ein riesiges Problem in unserem Rechtsstaat gibt, was auf einen fehlenden wissenschaftlich fundierten Grenzwert zur THC Konzentration zurückzuführen ist.
Genug Studien haben bereits eine Empfehlung von Minimum 5ng/ml rausgegeben. Die Niederlande fahren mit 15ng/ml sogar statistisch sicherer als Deutschland mit seiner 1ng/ml Grenze.
Ich fordere somit, wie der deutsche Hanfverband den es zu unterstützen gilt, eine Gesetzesänderung hin zu einem Grenzwert von 10ng/ml THC im Blut.

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