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| dpa |
Neu Delhi/Berlin – Gegen bestimmte Passagen eines geplanten Freihandelsabkommens zwischen Indien und der Europäischen Union hat Ärzte ohne Grenzen protestiert. Die Hilfsorganisation befürchtet, dass Patienten mit HIV/AIDS wegen des Abkommens bezahlbare Medikamente nur sehr viel schwerer oder gar nicht erhalten. Der internationale Präsident von Ärzte ohne Grenzen, Unni Karunakara, forderte in einem offenen Brief den indischen Ministerpräsidenten Manmohan Singh auf, Vorschläge der EU nicht zu akzeptieren, die die Produktion von Nachahmermedikamenten in Indien behindern würden.
Indien produziert kostengünstige generische Medikamente, auf die Regierungen, die Vereinten Nationen und Organisationen wie Ärzte ohne Grenzen angewiesen sind, um Patienten in ärmeren Ländern zu behandeln. Dank des Wettbewerbs durch Generika-Hersteller in Indien ist binnen eines Jahrzehnts der Preis von HIV/Aids-Medikamenten um mehr als 99 Prozent zurückgegangen. Mehr als 80 Prozent der HIV/Aids-Medikamente, die zur Behandlung von rund 6,6 Millionen Menschen in ärmeren Ländern eingesetzt werden, stammen laut Ärzte ohne Grenzen von indischen Produzenten.
„Aber das geplante Freihandelsabkommen behindert den Zugang
von Patienten zu lebenswichtigen Medikamenten“, sagte Philipp Frisch von der
Medikamentenkampagne von Ärzte ohne Grenzen in Berlin. Dadurch könnten lebensrettende
Medikamente schon in indischen Häfen gestoppt werden. Hilfsorganisationen wie
Ärzte ohne Grenzen könnten sogar das Ziel von Strafverfolgung
werden.
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