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Bereits im Jahr 2000 hatte die DKG mit acht provokanten Thesen zur Krebsmedizin einen gesellschaftlichen Diskurs über Fehlentwicklungen der onkologischen Versorgung ausgelöst. Diese stellt Weißbach jetzt – zwölf Jahre später – auf den Prüfstand.
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Die Ökonomie bestimme auch den Alltag in Tumorzentren. Als Zentren klinischer und wissenschaftlicher Exzellenz konzipiert, wollen Tumorzentren die Patienten besser als bisher versorgen, alle Krankheitsverläufe dokumentieren und die klinische Forschung voranbringen.
Dieses Ziel habe man bis 2012 nicht erreicht: „Wissenstransfer, Vernetzung und Dokumentation sind an den Tumorzentren kaum weiter als vor zehn Jahren. Besonders dort muss sich die ‘hochgetunte‘ Versorgung ökonomisch rechnen. Wo bleibt der Patient?“ fragt Weißbach im DÄ-Artikel.
Kritik übt der ehemalige DKG-Präsident auch an der unzureichenden interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen den Ärzten: „Die für eine optimale Versorgung von Krebskranken essenzielle interdisziplinäre Vorgehensweise wird immer noch durch Fächeregoismen, Weiterbildungsordnungen und Berufsausübungsrecht behindert. Mindestmengen, Leistungsvereinbarungen und Zielkriterien führen letztlich dazu, dass die drängendste interdisziplinäre Frage ist, ob der Strahlentherapeut oder der Chirurg den Patienten in sein Rechnungsbuch eintragen darf.“
Versuche des Gesetzgebers, die
Versorgungsstrukturen im Diskurs von Experten und Politikern umzugestalten,
bewertet Weißbach als ungenügend: Die Politik vermittele nicht. Sie „doktere“
an Symptomen herum und verschiebe die Probleme – vermutlich so lange, bis
angesichts der demografischen Entwicklung die Solidargemeinschaft
auseinanderbricht.
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